An Hyperbolus
1708Du sagst uns güldne Berge zu, Und leistest nichts, und darfst dies Geben nennen: So wirst du heute mir vergönnen, Freigebiger zu sein, als du. Ich schenke dir, so mancher Wahrheit wegen; Ich schenke dir, Hyperbolus: In deinen Bücherschatz den ganzen Livius; In deinen Waffensaal des großen Rolands Degen; Zehn Stück, ins Cabinet, von Rubens freier Hand; Ein ächtes Phönixnest, die Beute ferner Reisen: Für dein Gemahl Pitts großen Diamant; Für deinen ersten Sohn den Wasserstein der Weisen; Und alles, was du sonst, dich zu bereichern, liebst: Herr, das empfange, wie du gibst.
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Interpretation
Das Gedicht "An Hyperbolus" von Friedrich von Hagedorn ist eine satirische Anspielung auf die übertriebene Prahlerei und das leere Versprechen. Der Sprecher kritisiert die Angewohnheit des Hyperbolus, goldene Berge zu versprechen und nichts zu leisten, und bezeichnet dies als eine Art von Geben. Der Sprecher bietet an, freigebiger zu sein als Hyperbolus und schenkt ihm eine Reihe von wertvollen und extravaganten Dingen, darunter den gesamten Livius für seine Büchersammlung, den Degen des großen Roland für seine Waffensammlung, zehn Gemälde von Rubens für sein Kabinett, ein echtes Phönixnest als Beute ferner Reisen, Pitts großen Diamanten für seine Frau, den Wasserstein der Weisen für seinen ersten Sohn und alles, was Hyperbolus sonst noch liebt, um sich zu bereichern. Die Geschenke sind übertrieben und unrealistisch, was die Ironie des Gedichts unterstreicht. Die Verwendung von Hyperbeln und Übertreibungen in der Sprache des Gedichts spiegelt das Thema der übertriebenen Versprechungen und Prahlereien wider. Der Sprecher verwendet eine Reihe von extravaganten und wertvollen Geschenken, um die Absurdität von Hyperbolus' leeren Versprechungen zu verdeutlichen. Die Geschenke sind so übertrieben und unrealistisch, dass sie die Absurdität von Hyperbolus' Verhalten hervorheben. Die Verwendung von Ironie und Satire in der Sprache des Gedichts trägt zur Kritik an der Angewohnheit bei, leere Versprechungen zu machen und sich selbst zu übertreiben. Die abschließende Zeile "Herr, das empfange, wie du gibst" ist eine ironische Anspielung auf Hyperbolus' Angewohnheit, leere Versprechungen zu machen. Der Sprecher fordert Hyperbolus auf, die Geschenke so anzunehmen, wie er selbst gibt, was bedeutet, dass Hyperbolus die Geschenke so annehmen soll, wie er selbst leere Versprechungen macht. Die abschließende Zeile unterstreicht die Ironie des Gedichts und betont die Kritik an der Angewohnheit, leere Versprechungen zu machen und sich selbst zu übertreiben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Für deinen ersten Sohn den Wasserstein der Weisen
- Bildsprache
- Herr, das empfange, wie du gibst
- Hyperbel
- Du sagst uns güldne Berge zu
- Ironie
- Und leistest nichts, und darfst dies Geben nennen
- Kontrast
- Freigebiger zu sein, als du
- Metapher
- Ich schenke dir, so mancher Wahrheit wegen
- Wiederholung
- Ich schenke dir, Hyperbolus