An Goethe

Friedrich Nietzsche

1844

Das Unvergängliche Ist nur dein Gleichnis! Gott der Verfängliche Ist Dichter-Erschleichnis…

Welt-Rad, das rollende, Streift Ziel auf Ziel: Noth - nennt′s der Grollende, Der Narr nennt′s - Spiel…

Welt-Spiel, das herrische, Mischt Sein und Schein: - Das Ewig-Närrische Mischt uns - hinein!…

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Interpretation

Das Gedicht "An Goethe" von Friedrich Nietzsche ist eine tiefgründige Reflexion über die Natur der Wirklichkeit, die Kunst und die menschliche Existenz. Es beginnt mit einer Hommage an Goethe, indem es das "Unvergängliche" als ein Gleichnis beschreibt, das nur durch die Kunst, speziell durch die Dichtung, erfasst werden kann. Nietzsche deutet an, dass das Göttliche, das "Gott der Verfängliche", ein "Erschleichnis" des Dichters ist, also eine Schöpfung der menschlichen Vorstellungskraft und nicht eine objektive Realität. Im zweiten Teil des Gedichts verwendet Nietzsche das Bild eines "Welt-Rads", das unaufhörlich Ziele ansteuert. Dies symbolisiert den unaufhaltsamen Lauf der Zeit und des Lebens, der von manchen als Notwendigkeit ("Noth") empfunden wird, von anderen jedoch als Spiel ("Spiel") betrachtet wird. Diese Ambivalenz spiegelt die unterschiedlichen menschlichen Perspektiven auf das Dasein wider. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt die Welt als ein "herrliches Spiel", das Sein und Schein vermischt. Das "Ewig-Närrische" ist ein Konzept, das die chaotische und oft irrationale Natur der Welt darstellt. Nietzsche deutet an, dass diese Welt uns alle in ihr Spiel verstrickt, unabhängig davon, ob wir es verstehen oder nicht. Dieses Gedicht ist eine philosophische Auseinandersetzung mit der Kunst, der Realität und der menschlichen Existenz, die den Leser dazu einlädt, über die tieferen Bedeutungen des Lebens nachzudenken.

Schlüsselwörter

welt ziel nennt spiel mischt unvergängliche gleichnis gott

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Welt-Rad, das rollende
Kontrast
Noth - nennt's der Grollende, Der Narr nennt's - Spiel
Metapher
Welt-Spiel, das herrische
Personifikation
Das Ewig-Närrische mischt uns - hinein