An Fontin

Heinrich Christian Boie

1806

Zehntausend Thaler schlägst du baar Zum Kapitale Jahr für Jahr, Und gleichwohl immer starren Mutes Thust du für keinen Schilling gutes? Sei mild, Fontin! Du hast ja doch Zu leben nach dem Tode noch.

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Interpretation

Das Gedicht "An Fontin" von Heinrich Christian Boie ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Geiz und dessen Auswirkungen auf das Leben und den Tod. Der Autor richtet sich in Form eines Briefgedichts an eine Person namens Fontin, die als äußerst geizig dargestellt wird. Der Titel "An Fontin" deutet darauf hin, dass es sich um eine persönliche Ansprache handelt, möglicherweise an einen realen Menschen oder eine fiktive Figur. In der ersten Strophe wird Fontins Geiz offenbart. Obwohl er jährlich zehntausend Thaler zum Kapital schlägt, was auf ein beachtliches Vermögen hindeutet, zeigt er sich "starren Mutes" und tut "für keinen Schilling gutes". Dies verdeutlicht die Kälte und den Mangel an Mitgefühl, der Fontins Charakter auszeichnet. Der Autor kritisiert hier die Unvereinbarkeit von Reichtum und sozialer Verantwortung. Die zweite Strophe enthält einen Appell an Fontins Menschlichkeit. Der Autor fordert ihn auf, "mild" zu sein und erinnert ihn daran, dass er "nach dem Tode noch" zu leben hat. Dies kann als Verweis auf das Jenseits oder auf die Nachwelt verstanden werden. Der Autor suggeriert, dass Fontins Handlungen im Diesseits Konsequenzen für das Jenseits haben könnten oder dass sein Vermächtnis nach seinem Tod beurteilt wird. Das Gedicht endet mit einer moralischen Frage nach dem Sinn von Reichtum, wenn er nicht zum Wohl anderer eingesetzt wird.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Thaler schlägst du baar
Appell
Sei mild, Fontin!
Kontrast
Du hast ja doch Zu leben nach dem Tode noch.
Rhetorische Frage
Und gleichwohl immer starren Mutes Thust du für keinen Schilling gutes?