An Eutrapelus

Friedrich von Hagedorn

1754

Im Winter machte mich die Gicht, das Erbweh, schwach: Da lobt′ ich deinen Wein, und trank von deinem Bach. Jetzt darf ich wiederum der Sonne mich erfreun: Nun lob′ ich deinen Bach, und trinke deinen Wein.

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Interpretation

Das Gedicht "An Eutrapelus" von Friedrich von Hagedorn beschreibt eine persönliche Erfahrung des lyrischen Ichs mit Krankheit und Genesung. Im Winter litt der Sprecher unter Gicht und Rheuma, was ihn schwächte und in seiner Bewegung einschränkte. In dieser Zeit schätzte er den Wein und das Wasser von Eutrapelus, vermutlich einem Freund oder Bekannten. Mit dem Einsetzen des Sommers ist das lyrische Ich wieder genesen und kann die Sonne genießen. Nun kehrt sich die Wertschätzung um: Das Wasser, das im Winter noch als angenehm empfunden wurde, wird nun dem Wein vorgezogen. Der Sprecher lobt den Bach und trinkt den Wein, was auf eine Veränderung seiner Vorlieben und Bedürfnisse hinweist. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass sich die Wertschätzung von Dingen im Laufe der Zeit und je nach Lebensumständen ändern kann. Es zeigt auch die Dankbarkeit des lyrischen Ichs gegenüber Eutrapelus, der ihm sowohl im Winter als auch im Sommer Erfrischung und Genuss bietet.

Schlüsselwörter

wein bach winter machte gicht erbweh schwach lobt

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Stilmittel

Chiasmus
Im Winter machte mich die Gicht, das Erbweh, schwach: Da lobt' ich deinen Wein, und trank von deinen Bach. Jetzt darf ich wiederum der Sonne mich erfreun: Nun lob' ich deinen Bach, und trinke deinen Wein.
Kontrast
Im Winter machte mich die Gicht, das Erbweh, schwach: Da lobt' ich deinen Wein, und trank von deinen Bach. Jetzt darf ich wiederum der Sonne mich erfreun: Nun lob' ich deinen Bach, und trinke deinen Wein.