An Emma

Friedrich von Schiller

1798

Weit in nebelgrauer Ferne Liegt mir das vergangne Glück, Nur an einem schönen Sterne Weilt mit Liebe noch der Blick; Aber wie des Sternes Pracht, Ist es nur ein Schein der Nacht.

Deckte dir der lange Schlummer, Dir der Tod die Augen zu, Dich besäße doch mein Kummer, Meinem Herzen lebtest du. Aber, ach! Du lebst im Licht, Meiner Liebe lebst du nicht.

Kann der Liebe süß Verlangen, Emma, kann′s vergänglich sein? Was dahin ist und vergangen, Emma, kann′s die Liebe sein? Ihrer Flamme Himmelsglut, Stirbt sie wie ein irdisch Gut?

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Illustration zu An Emma

Interpretation

Das Gedicht "An Emma" von Friedrich von Schiller handelt von der unerfüllten Liebe des lyrischen Ichs zu einer Frau namens Emma. Der Sprecher blickt in die Vergangenheit und erinnert sich an das vergangene Glück, das nur noch wie ein ferner Stern in der Nacht erscheint. Er wünscht sich, dass Emma tot wäre, damit sein Kummer sie noch besitzen könnte, da sie in ihrem Leben nicht mehr seine Liebe erwidert. Das Gedicht reflektiert über die Natur der Liebe und ihre Beständigkeit. Der Sprecher fragt sich, ob die süße Sehnsucht der Liebe vergänglich sein kann und ob wahre Liebe vergehen kann wie irdische Güter. Er zweifelt daran, dass die Himmelsglut der Liebe erlöschen kann, und betont die Tiefe und Intensität seiner Gefühle für Emma. Die Sprache des Gedichts ist geprägt von melancholischen und sehnsuchtsvollen Tönen. Schiller verwendet Bilder wie den fernen Stern und die Himmelsglut, um die Intensität der Liebe und den Schmerz der unerfüllten Sehnsucht zu verdeutlichen. Das Gedicht zeigt die Verzweiflung des lyrischen Ichs über die verlorene Liebe und die Unfähigkeit, die Vergangenheit zurückzugewinnen.

Schlüsselwörter

liebe kann lebst emma weit nebelgrauer ferne liegt

Wortwolke

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Stilmittel

Gegensatz
Aber, ach! Du lebst im Licht, / Meiner Liebe lebst du nicht
Hyperbel
Deckte dir der lange Schlummer, / Dir der Tod die Augen zu
Metapher
Stirbt sie wie ein irdisch Gut
Personifikation
Nur an einem schönen Sterne / Weilt mit Liebe noch der Blick
Rhetorische Frage
Kann der Liebe süß Verlangen, / Emma, kann's vergänglich sein?
Vergleich
Aber wie des Sternes Pracht, / Ist es nur ein Schein der Nacht