An Elsabe

Paul Fleming

1640

Es ist umsonst, das Klagen, Das du um mich Und ich um dich, Wir umeinander tragen. Sie ist umsonst, die harte Pein, Mit der wir itzt umfangen sein.

Laß das Verhängnüs walten. Was dich dort ziert Und mich hier führt, Das wird uns doch erhalten. Dies, was uns itzt so sehr betrübt, Ist′s dennoch, das uns Freude gibt.

Sei unterdessen meine, Mein mehr als ich, Und schau auf mich, Daß ich bin ewig deine. Vertraute Liebe weichet nicht, Hält allzeit, was sie einmal spricht.

Auf alle meine Treue Sag ich dirs zu: Du bist es, du, Der ich mich einig freue. Mein Herze, das sich itzt so quält, Hat dich und keine sonst erwählt.

Bleib, wie ich dich verlassen, Daß ich dich einst, Die du itzt weinst, Mit Lachen mag umfassen. Dies soll für diese kurze Pein Uns ewig unsre Freude sein.

Eilt, lauft, ihr trüben Tage, Eilt, lauft vorbei! Eilt, macht mich frei Von aller meiner Plage! Eilt, kommt, ihr hellen Stunden ihr, Die mich gewähren alle Zier.

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Illustration zu An Elsabe

Interpretation

Das Gedicht "An Elsabe" von Paul Fleming ist ein leidenschaftliches Liebesgedicht, das die tiefe Verbundenheit und Sehnsucht des lyrischen Ichs nach seiner Geliebten Elsabe zum Ausdruck bringt. Es beginnt mit der Erkenntnis, dass das gegenseitige Klagen und die erlittene Pein vergeblich sind. Der Sprecher ermutigt dazu, das Schicksal walten zu lassen und die gemeinsame Zukunft zu erwarten, die trotz der aktuellen Trauer Freude bringen wird. In den folgenden Strophen betont das lyrische Ich die ewige Liebe und Treue zu Elsabe. Es fordert sie auf, ihm treu zu bleiben und auf ihn zu schauen, damit er für immer ihr gehören kann. Die vertraute Liebe wird als unerschütterlich dargestellt, die immer hält, was sie verspricht. Das Herz des Sprechers hat sich eindeutig für Elsabe entschieden und keine andere erwählt. Im letzten Teil des Gedichts bittet der Sprecher darum, dass die trüben Tage schnell vergehen mögen, um endlich von der Plage befreit zu werden. Er sehnt sich nach den hellen Stunden, in denen er Elsabe in all ihrer Schönheit umarmen kann. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass die kurze Pein durch die ewige Freude aufgewogen wird, die die Liebe des Paares ihnen schenken wird.

Schlüsselwörter

itzt eilt umsonst pein freude ewig alle lauft

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Vertraute Liebe weichet nicht
Anapher
Eilt, lauft, ihr trüben Tage, Eilt, lauft vorbei!
Bildsprache
Mein Herze, das sich itzt so quält
Chiasmus
Die du itzt weinst, Mit Lachen mag umfassen.
Hyperbel
Daß ich bin ewig deine.
Kontrast
Dich dort ziert und mich hier führt
Metapher
Sie ist umsonst, die harte Pein, Mit der wir itzt umfangen sein.
Parallelismus
Was dich dort ziert Und mich hier führt, Das wird uns doch erhalten.
Personifikation
Laß das Verhängnüs walten.