An einen Verschwender

Johann Friedrich Löwen

1727

Du magst gern vornehm dich gewöhnen, Gut schmausen, ohne Sorgen ruhn, Und jeglichen Vergnügen fröhnen, Und täglich hunderte verthun. Du möchtest gern mit einem Fürstenstaat, Bequem durch ganz Europa reisen; Nur weißt du hierzu keinen Rath: - Ich weiß ihn: Suche dir geschwind - den Stein der Weisen!

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Illustration zu An einen Verschwender

Interpretation

Das Gedicht "An einen Verschwender" von Johann Friedrich Löwen ist eine satirische Betrachtung über einen verschwenderischen Lebensstil. Der Autor beschreibt das Verhalten einer Person, die es vorzieht, vornehm zu leben, gut zu essen, ohne Sorgen zu ruhen und allen Vergnügungen zu frönen, während sie täglich große Summen Geld ausgibt. Diese Person träumt davon, mit einem fürstlichen Gefolge durch ganz Europa zu reisen, weiß aber nicht, wie sie dieses Vorhaben verwirklichen soll. Löwen antwortet auf diese Lebensweise und den unerfüllten Traum mit einer ironischen Lösung: Er schlägt vor, den Stein der Weisen zu suchen. Der Stein der Weisen ist ein legendäres alchemistisches Objekt, das angeblich in der Lage ist, unedle Metalle in Gold zu verwandeln und den Besitzer unsterblich zu machen. Diese Antwort ist natürlich nicht ernst gemeint, sondern dient dazu, die unrealistischen Wünsche und das unverantwortliche Verhalten des Verschwenders auf humorvolle Weise zu kritisieren. Das Gedicht endet mit einem klaren Appell an den Leser, die Realität zu erkennen und nicht auf phantastische Lösungen zu hoffen. Löwen nutzt den Stein der Weisen als Metapher für unmögliche oder unrealistische Träume und Wünsche. Die Pointe des Gedichts liegt in der Absurdität der vorgeschlagenen Lösung, die den Leser zum Nachdenken über die Folgen eines verschwenderischen Lebensstils und die Bedeutung realistischer Ziele anregen soll.

Schlüsselwörter

gern magst vornehm gewöhnen gut schmausen sorgen ruhn

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Stilmittel

Anapher
Du magst gern vornehm dich gewöhnen, Gut schmausen, ohne Sorgen ruhn, Und jeglichen Vergnügen fröhnen, Und täglich hunderte verthun.
Hyperbel
Und täglich hunderte verthun.
Ironie
Ich weiß ihn: Suche dir geschwind - den Stein der Weisen!
Kontrast
Du magst gern vornehm dich gewöhnen, Gut schmausen, ohne Sorgen ruhn, Und jeglichen Vergnügen fröhnen, Und täglich hunderte verthun.
Rhetorische Frage
Du möchtest gern mit einem Fürstenstaat, Bequem durch ganz Europa reisen; Nur weißt du hierzu keinen Rath: