An einen Jüngling

Frank Wedekind

1905

Jüngling, laß dich nicht gelüsten Nach des Paradieses Äpfeln; Von den straffsten Mädchenbrüsten Wird dir nichts als Kummer tröpfeln.

Wagst du dich heran und findst du Lust an diesen weißen Teufeln, Armer Freund, wie bald beginnst du Selbst von Traurigkeit zu träufeln.

Just die Kühnsten, Elegantsten Werden früh zu müden Krüppeln, Und die einst am flottsten tanzten, Müssen lahm zur Grube trippeln.

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Illustration zu An einen Jüngling

Interpretation

Das Gedicht "An einen Jüngling" von Frank Wedekind warnt einen jungen Mann vor den Gefahren der Verführung und den Konsequenzen, die sich aus der Befriedigung seiner Begierden ergeben können. Der Dichter rät dem Jüngling, sich nicht nach den Äpfeln des Paradieses zu sehnen, was als Metapher für sexuelle Versuchungen dient. Er deutet an, dass die Verfolgung solcher Wünsche nur Kummer und Traurigkeit bringen wird. Wedekind verwendet eindringliche Bilder, um die potenziellen Folgen der Hingabe an sinnliche Vergnügungen zu beschreiben. Er vergleicht die Mädchen mit "weißen Teufeln", was darauf hindeutet, dass sie verführerisch, aber letztlich schädlich sein können. Der Dichter warnt, dass selbst die Mutigsten und Elegantesten, die sich diesen Versuchungen hingeben, früh zu müden Krüppeln werden und am Ende lahm zur Grube tippeln müssen. Das Gedicht endet mit einer düsteren Warnung vor den langfristigen Auswirkungen der Verfolgung sinnlicher Freuden. Wedekind deutet an, dass selbst diejenigen, die einst am flottesten tanzten, am Ende lahm zur Grube tippeln müssen. Dies kann als Metapher für den körperlichen und geistigen Verfall verstanden werden, der durch ein ausschweifendes Leben entstehen kann. Das Gedicht ermutigt den Jüngling, sich von solchen Versuchungen fernzuhalten und einen besonneneren Lebensweg einzuschlagen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Jüngling, laß dich nicht gelüsten
Bildsprache
Müssen lahm zur Grube trippeln
Hyperbel
Früh zu müden Krüppeln
Kontrast
Armer Freund, wie bald beginnst du / Selbst von Traurigkeit zu träufeln
Metapher
Von den straffsten Mädchenbrüsten
Personifikation
Weißen Teufeln