An einen Freund vor seiner Abreise
1768Das Wunderband, wodurch zwey gleich geschaffne Seelen Beym ersten Blicke sich verbinden und vermählen, Wird durch Entfernung nur gedehnt. Es wird von einem Pol bis hin zum andern reichen, An Dauerhaftigkeit wird’s einer Kette gleichen, Die selbst die Zeit nicht ganz zertrennt.
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Interpretation
Das Gedicht "An einen Freund vor seiner Abreise" von Gabriele von Baumberg beschreibt die tiefe Verbindung zwischen zwei Seelen, die sich auf wundersame Weise begegnet sind. Das "Wunderband" symbolisiert die unsichtbare Verbindung, die sich beim ersten Blick zwischen den beiden Personen herstellt. Diese Verbindung wird als gleichwertig und gleichgeschaffen dargestellt, was auf eine tiefe Verbundenheit und Gleichheit der Seelen hindeutet. Die Entfernung, die durch die Abreise des Freundes entsteht, wird nicht als Bedrohung für diese Verbindung gesehen, sondern vielmehr als eine Art Dehnung des Bandes. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass die räumliche Distanz die emotionale Nähe nicht beeinträchtigen kann. Stattdessen wird das Band stärker und widerstandsfähiger, indem es sich über die Entfernung hinweg erstreckt. Das Gedicht vergleicht die Beständigkeit dieser Verbindung mit einer Kette, die selbst die Zeit nicht vollständig trennen kann. Diese Metapher unterstreicht die Unzerstörbarkeit und Langlebigkeit der Freundschaft. Die Zeit, oft als zerstörerische Kraft dargestellt, hat hier keine Macht über die tiefe Verbundenheit der Seelen. Das Gedicht endet mit der Gewissheit, dass die Freundschaft trotz aller Widrigkeiten Bestand haben wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Es wird von einem Pol bis hin zum andern reichen
- Personifikation
- Die selbst die Zeit nicht ganz zertrennt
- Vergleich
- An Dauerhaftigkeit wird's einer Kette gleichen