An einen Freund (I)
1708An einen Freund, der mir Burmanns Ovidium geschenkt hatte Freund, dein Ovidius vermehrt dir meine Pflicht. So reizend sieht man gern, was er so schön geschrieben. Wie leicht entbehrest du des Dichters Unterricht? Du wußtest, unbelehrt, vorlängst die Kunst zu lieben: Die wußt′ ich sonder ihn und Chloens Augen nicht.
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Interpretation
Das Gedicht "An einen Freund" von Friedrich von Hagedorn handelt von einem Geschenk, das der Sprecher von einem Freund erhalten hat. Der Freund hat dem Sprecher ein Ovidium geschenkt, ein Werk des römischen Dichters Ovid. Der Sprecher drückt seine Dankbarkeit aus und betont, dass das Geschenk seine Pflicht gegenüber dem Freund noch verstärkt. In den folgenden Zeilen geht es um die Schönheit des Werks und die Frage, ob der Freund des Dichters Unterricht überhaupt bedarf. Der Sprecher stellt fest, dass der Freund bereits vorher die Kunst des Liebens kannte, ohne dass ihm der Dichter etwas beibringen musste. Der Sprecher selbst hingegen kannte die Kunst des Liebens nicht, bis er die Augen von Chloe sah. Chloe scheint eine wichtige Rolle in der Entdeckung der Liebe für den Sprecher gespielt zu haben. Insgesamt drückt das Gedicht die Dankbarkeit des Sprechers für das Geschenk aus und betont gleichzeitig die Bedeutung der persönlichen Erfahrung und der Liebe in seinem Leben. Der Sprecher zeigt sich beeindruckt von der Schönheit des Werks und stellt fest, dass die wahre Kunst des Liebens durch die Augen von Chloe entdeckt wurde. Das Gedicht vermittelt eine Mischung aus Dankbarkeit, Bewunderung und romantischer Verzauberung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Gegensatz
- Die wußt' ich sonder ihn und Chloens Augen nicht
- Hyperbel
- So reizend sieht man gern, was er so schön geschrieben
- Metapher
- Freund, dein Ovidius vermehrt dir meine Pflicht
- Rhetorische Frage
- Wie leicht entbehrest du des Dichters Unterricht?