An eine Sängerin
1804Soll auf der Jungfrau Mund die begeisterte Rede verpönt sein, Ist euch des tiefern Gefühls volles Bekenntnis versagt:O wie preis ich die Sängerin drum, die, unter der Muse Schutz, mir den lieblichen Grund ihres Gemütes enthüllt!Niemand ärgert sich mehr, ja entzückt steht selbst der Philister, Fühlt, in des Schönen Gestalt, ewige Mächte sich nah.
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Interpretation
Das Gedicht "An eine Sängerin" von Eduard Mörike preist eine Sängerin, die durch ihre Kunst tiefe Gefühle und ihr Innerstes offenbart. Der Dichter betont, dass es in Ordnung ist, wenn man nicht immer Worte findet, um seine Begeisterung auszudrücken. Die Sängerin, geschützt von der Muse, enthüllt dem Dichter den lieblichen Grund ihres Gemütes. Ihre Kunst ermöglicht es, das tiefe Gefühl und Bekenntnis auszudrücken, was mit Worten allein nicht möglich wäre. Der Dichter hebt hervor, dass niemand sich an der Sängerin stört, sondern sogar der Philister, der normalerweise wenig für Kunst übrig hat, entzückt ist. Durch die Gestalt des Schönen fühlt sich der Philister den ewigen Mächten nahe. Die Sängerin schafft es also, selbst denjenigen zu berühren, der sonst wenig für Kunst empfänglich ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Eduard Mörike in diesem Gedicht die Kraft der Musik und der Kunst als Mittel zur tiefen emotionalen Kommunikation und zum Ausdruck des Unaussprechlichen feiert. Die Sängerin wird als Vermittlerin zwischen dem menschlichen Gemüt und den ewigen Mächten dargestellt, die in der Lage ist, selbst den unempfänglichsten Zuhörer zu bezaubern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- niemand ärgert sich mehr, ja entzückt steht selbst der Philister
- Metapher
- unter der Muse Schutz
- Parallelismus
- Soll auf der Jungfrau Mund die begeisterte Rede verpönt sein, Ist euch des tiefern Gefühls volles Bekenntnis versagt
- Personifikation
- ewige Mächte sich nah