An eine Sängerin

Friederike Sophie Christiane Brun

1790

Töne länger, Silberstimme! klage Seelenwohllaut tiefer mir in′s Herz! Ach! wie Augenblick′ entflöhen Tage Mir in Thränen, mir bei Orpheus Schmerz. Zauberin! von welchen Harmonieen Hast Du Ton, und Red′ und Sang entlehnt? Länger athmend mit Iphigenien Fühlt′ ich Gluck aus Deiner Brust verschönt!

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Illustration zu An eine Sängerin

Interpretation

Das Gedicht "An eine Sängerin" von Friederike Sophie Christiane Brun ist ein Loblied auf eine begnadete Sängerin, deren Stimme den Dichter tief berührt. Die "Silberstimme" wird aufgefordert, länger zu klingen und tiefe Klage in sein Herz zu tragen. Der Dichter vergleicht die Wirkung der Musik mit dem Schmerz des Orpheus, der seine geliebte Eurydike verloren hat. Die Sängerin wird als Zauberin bezeichnet, die ihre Töne, Worte und Gesänge von göttlichen Harmonien entlehnt hat. Die Interpretation des Gedichts lässt sich in zwei Hauptaspekte unterteilen: Die emotionale Wirkung der Musik und die Vergöttlichung der Sängerin. Erstens vermittelt das Gedicht die immense emotionale Kraft der Musik, die den Dichter zu Tränen rührt und ihm das Gefühl gibt, dass die Zeit vergeht. Die Musik wird als "Seelenwohllaut" beschrieben, der tief ins Herz eindringt und eine heilende Wirkung hat. Zweitens wird die Sängerin als eine Art Göttin oder Zauberin dargestellt, die in der Lage ist, durch ihre Stimme Glück und Schönheit zu verbreiten. Der Vergleich mit Iphigenie, einer Figur aus der griechischen Mythologie, unterstreicht die Reinheit und Anmut der Sängerin.

Schlüsselwörter

länger töne silberstimme klage seelenwohllaut tiefer herz augenblick

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Töne länger, Silberstimme
Anapher
Töne länger, Silberstimme! klage
Anspielung
Iphigenien
Frage
Zauberin! von welchen Harmonieen
Hyperbel
Seelenwohllaut tiefer mir in's Herz
Metapher
Silberstimme
Personifikation
Augenblick' entflöhen Tage
Vergleich
bei Orpheus Schmerz