An eine im Paradiese
1922Du warst mir, was zum Bilde Die Seele früh erkor: Ein Eiland, wo die wilde Unrast sich sanft verlor, Ein Schrein, und davor milde Ein Weiheblumenflor.
O trügendes Geschick! O Sternentraum! hienieden Verweht im Augenblick. »Hinan,hinan«! die Zukunft ruft; Doch kreist noch ohne Frieden Um das Vergangne (dunkle Kluft) Mein Geist wie abgeschieden.
Denn um mich, weh, ach weh, Ist Nacht, wo ich auch bin, Es raunt die dumpfe See Ans Ufer dunklen Sinn: »Dahin - dahin - dahin!«
Und tags in wachen Träumen, Und wenn die Nacht entsinkt, Wo deine Stapfen säumen, Wo noch dein Auge blinkt - In welchen seligen Räumen! Bei Tänzen, wie beschwingt!
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Interpretation
Das Gedicht "An eine im Paradiese" von Edgar Allan Poe handelt von der Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe und dem Schmerz, der durch deren Abwesenheit entsteht. Der Sprecher erinnert sich an die geliebte Person als eine Art Paradies, einen Ort der Ruhe und Schönheit, der nun unerreichbar scheint. Die zweite Strophe drückt die Enttäuschung und den Schmerz über das Schicksal aus, das die geliebte Person entrissen hat. Der Sprecher fühlt sich von der Zukunft getrieben, kann aber nicht loslassen von der Vergangenheit und der dunklen Kluft, die zwischen ihm und seiner verlorenen Liebe liegt. Die letzte Strophe beschreibt die tiefe Traurigkeit und Einsamkeit, die den Sprecher umgibt. Die Nacht und das Meer symbolisieren die Dunkelheit und die Sehnsucht, die ihn ständig an die geliebte Person erinnern. In Träumen und Erinnerungen sucht er Trost, findet aber nur die schmerzhafte Erinnerung an das, was einmal war.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Dahin - dahin - dahin!
- Hyperbel
- Verweht im Augenblick
- Metapher
- seligen Räumen
- Personifikation
- Es raunt die dumpfe See
- Symbolik
- Stapfen säumen