An ein Veilchen
1758Mein Veilchen, laß die Schmeicheleyen Des jungen Zephyrs dich nicht reuen, Du unsrer Gärten erste Zier! Dich soll ein schöner Loos beglücken; Den schönsten Busen sollst du schmücken, Und alle Grazien mit dir.
Ja, an dem Busen vom Selinden Sollst du den stolzen Wohnplatz finden! - - Für Freuden, seh ich, zitterst du? Hier laß dich stolzre Blumen neiden, Und duft ihr dankbar alle Freuden Der süßesten Gerüche zu.
Geh hin zu ihren schönen Händen! Durch dich, mein Glücke zu vollenden, Sey ihr mein treues Herz erklärt! - - Umsonst! wie könnte dieß geschehen? Wie bald! wie bald wirst du vergehen, Da ewig meine Liebe währt!
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Interpretation
Das Gedicht "An ein Veilchen" von Christian Felix Weiße handelt von der Schönheit und dem Schicksal eines Veilchens. Der Sprecher lobt das Veilchen als die erste Zierde der Gärten und wünscht ihm ein schönes Los, das es schmücken und mit den Grazien teilen soll. Das Veilchen soll einen stolzen Platz am Busen einer schönen Frau finden und von den anderen Blumen beneidet werden. Der Sprecher bittet das Veilchen, zu den Händen der Frau zu gehen und ihm zu helfen, sein Glück zu vollenden, indem es sein treues Herz ihr erklärt. Doch der Sprecher erkennt, dass dies vergeblich ist, da das Veilchen bald vergehen wird, während seine Liebe ewig währt. Das Gedicht thematisiert die Vergänglichkeit der Schönheit und die Beständigkeit der Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Stolzen Wohnplatz finden
- Apostroph
- Mein Veilchen, laß die Schmeicheleyen
- Enjambement
- Sollst du den stolzen Wohnplatz finden! - - Für Freuden, seh ich, zitterst du?
- Frage
- Für Freuden, seh ich, zitterst du?
- Hyperbel
- Und alle Grazien mit dir
- Kontrast
- Da ewig meine Liebe währt
- Metapher
- Du unsrer Gärten erste Zier
- Personifikation
- Des jungen Zephyrs dich nicht reuen
- Symbolik
- Den schönsten Busen sollst du schmücken