An ein Mädchen das in der Kirche plauderte
1744So sehr dich Jugend, Reiz, Witz und Verstand erheben, So ziemt das plaudern dir an diesem Orte nicht. Dorinde, du vergißt, indem dein Mund so spricht, Daß selbst vor Gott die Engel beben.
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Interpretation
Das Gedicht "An ein Mädchen das in der Kirche plauderte" von Heinrich Christian Boie thematisiert die Unstimmigkeit zwischen jugendlichem Charme und der Würde eines religiösen Ortes. Der Sprecher erkennt zwar die positiven Eigenschaften des Mädchens an – Jugend, Reiz, Witz und Verstand – betont jedoch, dass diese Attribute in der Kirche fehl am Platz sind. Das Plaudern wird als unangebracht und respektlos dargestellt, da es die Heiligkeit des Ortes stört. Die Ansprache an das Mädchen, das mit "Dorinde" namentlich genannt wird, verleiht dem Gedicht eine persönliche Note. Der Sprecher erinnert sie daran, dass selbst Engel vor Gott zittern, was die Allgegenwart und die Größe der göttlichen Macht unterstreicht. Dieser Vergleich dient dazu, die Ehrfurcht zu betonen, die in einem Gotteshaus geboten ist, und kontrastiert scharf mit dem leichtfertigen Verhalten des Mädchens. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Mahnung zur Demut und zum Respekt in heiligen Räumen. Es fordert den Leser auf, die Bedeutung des Ortes und die damit verbundene Verantwortung zu erkennen. Die Verbindung von menschlicher Unvollkommenheit mit göttlicher Vollkommenheit bildet den Kern der Botschaft, die zur Besinnung und zur Anpassung des Verhaltens an den Ort und die Situation auffordert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Dorinde, du vergißt, indem dein Mund so spricht
- Hyperbel
- So sehr dich Jugend, Reiz, Witz und Verstand erheben
- Kontrast
- So ziemt das plaudern dir an diesem Orte nicht
- Personifikation
- Daß selbst vor Gott die Engel beben