An Eduard Weigelin
1867Freund! dein heiterer Blick und deine gelassene MieneHeißt uns die Klage des Abschieds sparen; doch tief in der Brust dirSelber bewegt sich das männliche Herz. Wer möcht es ihm wehren?Denn du verlässest das Haus, das dir wie dein eigenes lieb war,Dem du die Blüte der Jahre geweiht im redlichen Tagwerk.Aber glücklich genug, der still sich dessen bewußt ist!Siehe, die Zeit kommt auch, da wir weggehn nacheinander,Ungern jeder fürwahr, doch keiner mit besserem Ruhme,Noch von treueren Wünschen der dankbaren Liebe begleitet.
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Interpretation
Das Gedicht "An Eduard Weigelin" von Eduard Mörike handelt von der Abschiednahme eines Freundes, Eduard Weigelin, der ein Haus verlässt, dem er Jahre gewidmet hat. Der Sprecher betont die heitere und gelassene Art seines Freundes, die das Abschiednehmen erleichtert. Doch er weiß auch um die tiefe Emotion, die sich in dessen männlichem Herzen verbirgt. Der Sprecher würdigt die Treue und Dankbarkeit, die Eduard Weigelin entgegengebracht wird, und prophezeit, dass auch er eines Tages gehen wird, aber mit einem ebenso guten Ruf und ebenso aufrichtigen Wünschen. Das Gedicht reflektiert die Vergänglichkeit und den Übergang im Leben. Es zeigt auf, wie wichtig es ist, die Zeit, die man in etwas oder jemanden investiert hat, zu würdigen und dankbar zu sein. Der Sprecher scheint Eduard Weigelin als Vorbild zu sehen, da er mit Anstand und Würde geht. Das Gedicht ist eine Hommage an die Freundschaft und die gemeinsamen Erfahrungen, die in einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Kontext geteilt wurden. Das Gedicht endet mit einer Art Trost und Hoffnung. Der Sprecher sagt, dass auch er eines Tages gehen wird, aber mit dem gleichen Ruhm und den gleichen Wünschen wie Eduard Weigelin. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher die gleiche Art von Respekt und Anerkennung anstrebt, die er seinem Freund entgegenbringt. Es ist ein Aufruf, das Leben mit Mut und Würde zu begegnen, egal wohin der Weg führt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- treueren Wünschen der dankbaren Liebe
- Apostrophe
- Freund!
- Chiasmus
- Ungern jeder fürwahr, doch keiner mit besserem Ruhme
- Hyperbel
- die Blüte der Jahre
- Metapher
- das Haus, das dir wie dein eigenes lieb war
- Personifikation
- das männliche Herz