An eben denselben
1616XX.
Der Himmel hat auff mich gewüttet. Er hat mich mehr denn hoch betrübt Vnd alles / was mein Hertz gelibt Mit Erden / in der Grufft beschüttet /
Er hat im Elend mich verhüttet / Er hat durch Marter mich geübt Gleich einem / den man übergibt Der Pein / die Seel und Fleisch zerrüttet.
Doch! daß ich bißher nicht verschmachtet / Das mich die Welt noch lebend achtet? / Rührt daher / das mein Hertz bey Schönborn sich befunden.
Ich fühle denn den rauen Schlag Als ein entselter Leib / die Plag / Ja als ein Fels: den Sturm / als Marmor: eine Wunden.
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Interpretation
Das Gedicht "An eben denselben" von Andreas Gryphius ist ein tiefgründiges und melancholisches Werk, das die Leiden und Prüfungen des Lebens thematisiert. Gryphius schildert, wie der Himmel ihn mit Unglück und Trauer überhäuft hat, und wie alles, was er liebt, mit Erde in der Gruft begraben wurde. Er beschreibt, wie er durch Elend und Qual geformt wurde, wie ein Mensch, der der Pein ausgeliefert ist, die Seele und Fleisch zerreißt. Trotz all dieser Widrigkeiten ist Gryphius noch nicht verzweifelt, und die Welt betrachtet ihn noch als lebendig. Dies liegt daran, dass sein Herz bei Schönborn Trost und Zuflucht gefunden hat. Er fühlt den harten Schlag des Lebens wie ein entseelter Körper die Plage und wie ein Fels den Sturm oder wie Marmor eine Wunde. Gryphius vermittelt die Idee, dass er trotz aller Widrigkeiten standhaft und unerschütterlich bleibt, ähnlich wie ein Fels, der den Stürmen trotzt. Das Gedicht ist ein Ausdruck von Gryphius' tiefem Glauben und seiner Hoffnung, dass selbst in den dunkelsten Zeiten ein Funke des Lebens und der Liebe existiert. Es zeigt auch die menschliche Fähigkeit, inmitten von Schmerz und Leid standhaft zu bleiben und einen Weg zu finden, um weiterzuleben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Er hat mich mehr denn hoch betrübt / Er hat im Elend mich verhüttet / Er hat durch Marter mich geübt
- Metapher
- Ich fühle denn den rauen Schlag / Als ein entselter Leib / die Plag
- Vergleich
- Ja als ein Fels: den Sturm / als Marmor: eine Wunden