An drei schöne Mädchen
1719Aus euch, ihr Grazien, aus euch Soll ich die Liebste mir erwählen? Ihr seht einander ja so gleich: Die Schönste kann ich nicht verfehlen! Allein, ihr Grazien, aus euch Möcht’ ich die Zärtlichste mir wählen, Und ach, die Zärtlichste von euch, Die könnt’ ich nur zu leicht verfehlen!
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Interpretation
Das Gedicht "An drei schöne Mädchen" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim beschreibt die Schwierigkeit, eine Wahl unter drei gleich schönen Mädchen zu treffen. Der Sprecher bewundert die drei Mädchen, die als Grazien bezeichnet werden, und ist von ihrer Schönheit überwältigt. Er ist sich sicher, dass er die Schönste nicht verfehlen kann, da sie sich so ähnlich sehen. Allerdings stellt sich eine neue Herausforderung: Der Sprecher möchte die Zärtlichste der drei Mädchen wählen. Doch hier liegt das Problem, denn er fürchtet, dass er die Zärtlichste leicht verfehlen könnte. Diese Unsicherheit zeigt, dass äußere Schönheit allein nicht ausreicht, um eine Entscheidung zu treffen. Der Sprecher erkennt, dass es wichtig ist, auch die inneren Qualitäten der Mädchen zu berücksichtigen. Das Gedicht verdeutlicht die Ambivalenz der Wahl und die Schwierigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen. Es spiegelt die menschliche Erfahrung wider, dass Schönheit allein nicht ausreicht, um eine Person auszuwählen. Der Sprecher erkennt, dass es wichtig ist, auch die emotionalen und charakterlichen Aspekte zu berücksichtigen, um die Zärtlichste zu finden. Letztendlich bleibt die Wahl jedoch ungewiss, da der Sprecher befürchtet, die Zärtlichste zu verfehlen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Kontrast
- Die Schönste kann ich nicht verfehlen! ... Die Zärtlichste von euch, Die könnt’ ich nur zu leicht verfehlen!
- Metapher
- Ihr seht einander ja so gleich: Die Schönste kann ich nicht verfehlen!
- Rhetorische Frage
- Aus euch, ihr Grazien, aus euch Soll ich die Liebste mir erwählen?
- Wiederholung
- Aus euch, ihr Grazien, aus euch