An die Wolken

Charlotte von Ahlefeld

1849

Es jagen die Stürme Am herbstlichen Himmel Die fliehenden Wolken; Es wehen die Blätter Des Haines hernieder, Es hüllt sich in Nebel Das ferne Gebirg. -

O jaget, Ihr Wolken, In stürmender Eile. Ihr ziehet nach Süden, Wo freundlich die Sonne Den wehenden Schleier Euch liebevoll schmücket Mit goldenem Saum.

Mich trieben die Stürme Des Schicksals nach Norden Dort mangelt mir ewig Die Sonne der Freude, Und nimmer verkläret Ihr Lächeln die Wolken Des düsteren Sinnes.

Und darum geleit′ ich Mit Seufzern der Sehnsucht Euch, luftige Bilder Der wechselnden Laune Des ewigen Himmels, Und flüchtete gerne Nach Süden mit Euch.

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Illustration zu An die Wolken

Interpretation

Das Gedicht "An die Wolken" von Charlotte von Ahlefeld thematisiert die flüchtige Natur der Wolken als Metapher für die Vergänglichkeit des Lebens und die Sehnsucht nach einem besseren Ort. Die Autorin beschreibt, wie die Stürme die Wolken über den herbstlichen Himmel treiben und wie die Blätter des Haines zu Boden fallen. Der Nebel hüllt das ferne Gebirge ein, was eine düstere und melancholische Stimmung erzeugt. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich die Autorin direkt an die Wolken und wünscht ihnen eine freundliche Reise in den Süden, wo die Sonne sie mit einem goldenen Saum schmückt. Dies steht im Kontrast zu ihrer eigenen Situation, die von Stürmen des Schicksals in den Norden getrieben wurde. Dort fehlt ihr die Sonne der Freude und das Lächeln der Sonne vermag die Wolken des düsteren Sinns nicht zu erhellen. Die Autorin sehnt sich danach, den Wolken mit Seufzern der Sehnsucht zu folgen und sich ihnen anzuschließen. Sie betrachtet die Wolken als luftige Bilder der wechselnden Laune des ewigen Himmels und wünscht sich, mit ihnen nach Süden zu flüchten. Das Gedicht drückt eine tiefe Melancholie und das Verlangen nach einem besseren Ort aus, an dem die Sonne die Dunkelheit vertreibt und Freude herrscht.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Es jagen die Stürme
Metapher
Ihr, luftige Bilder der wechselnden Laune des ewigen Himmels
Personifikation
Es wehen die Blätter