An die Türen will ich schleichen...

Johann Wolfgang von Goethe

1821

An die Türen will ich schleichen, Still und sittsam will ich steh′n; Fromme Hand wird Nahrung reichen, Und ich werde weitergehn. Jeder wird sich glücklich scheinen, Wenn mein Bild vor ihm erscheint; Eine Träne wird er weinen, Und ich weiß nicht, was er weint.

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Interpretation

Das Gedicht "An die Türen will ich schleichen" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von einer Person, die sich als Bettler oder Vagabund durch die Welt bewegt. Der Sprecher beschreibt seinen Lebensstil als still und sittsam, bei dem er an Türen klopft und von frommen Menschen Nahrung erhält. Jeder, dem er begegnet, scheint sich glücklich zu fühlen, wenn er sein Bild sieht, und weint sogar eine Träne. Doch der Sprecher selbst weiß nicht, warum die Menschen weinen, wenn sie ihn sehen. Die Interpretation dieses Gedichts könnte darauf hindeuten, dass der Sprecher ein Außenseiter oder ein ungewöhnlicher Mensch ist, der aufgrund seiner Lebensweise oder seines Aussehens Aufmerksamkeit erregt. Die Menschen, die ihm begegnen, scheinen eine Mischung aus Mitleid, Bewunderung oder sogar Ehrfurcht zu empfinden, wenn sie ihn sehen. Die Tränen, die sie vergießen, könnten Ausdruck ihrer emotionalen Reaktion auf die Begegnung mit dem Sprecher sein. Es ist auch möglich, dass das Gedicht eine tiefere Bedeutung hat und den Sprecher als Symbol für einen spirituellen Wanderer oder einen Weisen darstellt, der auf der Suche nach Erkenntnis oder Erleuchtung ist. Die Menschen, die ihm begegnen, könnten von seiner Weisheit oder seinem spirituellen Status beeindruckt sein und daher emotional reagieren.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Still und sittsam will ich steh′n
Enjambement
An die Türen will ich schleichen, Still und sittsam will ich steh′n
Ironie
Und ich weiß nicht, was er weint
Metapher
Wenn mein Bild vor ihm erscheint
Personifikation
Fromme Hand wird Nahrung reichen