An die Träume

Johanna Sophie Dorothea Albrecht

1757

Bunte Kinder schwarzer Nacht, Die ihr Lebensmüden Oft das Leben reizend macht, Und mit süßem Frieden

Gern den Traurenden erfreut, Und dem Hoffnungslosen Eure Rosenlauben leiht, Wo ihn Freuden kosen,

Webt aus sanfter Phantasie, Aus den schönsten Bildern, Hold wie Engel Melodie, Wenn sie Himmel schildern -

Ruhig wie des Morgens Gruß, Wie des Abends Wehen - Leise, wie der Weste Kuß, Wie der Elbe Blähen -

Reizend, wie sein eignes Bild - Träume meinem Holden; Liebe, die mein Herz erfüllt, Soll den Traum vergolden.

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Illustration zu An die Träume

Interpretation

Das Gedicht "An die Träume" von Johanna Sophie Dorothea Albrecht ist ein lyrisches Loblied auf die Träume, die als bunte Kinder der schwarzen Nacht beschrieben werden. Die Träume werden als Quelle der Erleichterung und des Trostes für die Lebensmüden und Trauernden dargestellt, die ihnen mit süßem Frieden und rosigen Lauben Freude und Hoffnung schenken. Die Träume werden als kunstvoll gewebte Schöpfungen aus sanfter Phantasie und schönen Bildern charakterisiert, die so hold und melodisch wie Engelgesang sind und Ruhe und Sanftheit wie Morgengruß und Abendwehen vermitteln. Die Träume werden mit einer Reihe von Vergleichen beschrieben, die ihre verschiedenen Qualitäten hervorheben. Sie sind so ruhig wie der Morgengruß und so leise wie der Westenkuß und das Elbenblähen. Sie sind so reizend wie das Bild des Geliebten und sollen durch die Liebe, die das Herz der Sprecherin erfüllt, noch weiter vergoldet werden. Die Träume werden als eine Art idealisierte, perfektionierte Version der Realität dargestellt, die Trost und Erleichterung von den Schwierigkeiten des Lebens bietet. Das Gedicht ist in einem lyrischen, romantischen Stil geschrieben, der die emotionale Intensität und die subjektive Erfahrung der Sprecherin betont. Die Verwendung von Metaphern und Vergleichen verleiht dem Gedicht eine bildliche und sinnliche Qualität, die die Vorstellungskraft des Lesers anregt und eine Atmosphäre von Traumhaftigkeit und Idealismus schafft. Das Gedicht ist ein Beispiel für die romantische Tradition in der deutschen Literatur, die die Bedeutung von Emotion, Phantasie und subjektiver Erfahrung betont.

Schlüsselwörter

reizend bunte kinder schwarzer nacht lebensmüden oft leben

Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
Und mit süßem Frieden gern den Traurenden erfreut
Metapher
Soll den Traum vergolden
Personifikation
Die ihr Lebensmüden oft das Leben reizend macht
Vergleich
Reizend, wie sein eignes Bild