An die Tadler
1790Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen, Und dennoch sey ich Keiner von den Euern! Nie werd′ ich′s seyn, das kann ich Euch betheuern; Weit eher würd′ ich meinen Schild zerschlagen!
Ich seh′ Euch nur nach Eurem Vortheil jagen, Mich muß ein höh′res Ziel zum Kampf befeuern: Der Menschheit Adel, den allein mir theuern, Möcht′ ich erhalten sehn den künft′gen Tagen!
Wie Ihr besitz′ ich, was ich nicht verachte, Doch auch nicht achte mehr als sich gebühret; ′s ist nicht vom Fuchs die Fabel und der Trauben!
Ich will nicht schmähn, – doch laßt mir meinen Glauben: Daß Gottes Hand zu jenem Ziele führet, Von dem Ihr fliehet und nach dem ich trachte!
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Interpretation
Das Gedicht "An die Tadler" von Joseph Christian von Zedlitz ist eine leidenschaftliche Verteidigung gegen Kritiker und Verleumder. Der Sprecher wehrt sich gegen den Vorwurf, zu einer bestimmten Gruppe oder Bewegung zu gehören, und betont seine Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Er zeigt sich unbeeindruckt von den Angriffen seiner Kritiker und setzt stattdessen auf ein höheres Ziel, das ihm am Herzen liegt. In den ersten beiden Strophen weist der Sprecher die Kritik seiner Gegner zurück und betont seine Unabhängigkeit. Er erklärt, dass er niemals Teil ihrer Gruppe sein wird und dass er ein höheres Ziel verfolgt als sie. Dieses Ziel ist der "Menschheit Adel", den er für die Zukunft bewahren möchte. Der Sprecher setzt sich also für eine edle Sache ein, die über die Interessen seiner Kritiker hinausgeht. In der dritten Strophe relativiert der Sprecher seine Position und betont, dass er zwar über ähnliche Dinge verfügt wie seine Kritiker, diese aber nicht überbewertet. Er weist darauf hin, dass er nicht verleumden will, aber auch seinen Glauben an eine höhere Macht beibehalten möchte. Diese Macht, Gottes Hand, führt nach seiner Überzeugung zum Ziel, das er anstrebt, während seine Kritiker vor ihm fliehen. Insgesamt ist das Gedicht eine kraftvolle Verteidigung der eigenen Überzeugungen und Ziele gegen die Angriffe von Kritikern. Der Sprecher betont seine Unabhängigkeit, sein höheres Ziel und seinen Glauben an eine höhere Macht, die ihn auf seinem Weg leitet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Menschheit Adel, den allein mir theuern
- Anapher
- Ich seh′ Euch nur nach Eurem Vortheil jagen, Mich muß ein höh′res Ziel zum Kampf befeuern
- Apostrophe
- Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen
- Chiasmus
- Daß Gottes Hand zu jenem Ziele führet, Von dem Ihr fliehet und nach dem ich trachte
- Gegensatz
- Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen, Und dennoch sey ich Keiner von den Euern!
- Hyperbel
- Weit eher würd′ ich meinen Schild zerschlagen
- Metapher
- Ich muß ein höh′res Ziel zum Kampf befeuern
- Vergleich
- ′s ist nicht vom Fuchs die Fabel und der Trauben