An die Sonne
1891Seele der Welt, unermüdete Sonne! Mutter der Liebe, der Freuden, des Weins! Auch ohne dich erstarret die Erde Und die Geschöpfe in Traurigkeit. Und wie kann ich von deinem Einfluß Hier allein beseelt und beseligt Ach wie kann ich den Rücken dir wenden?
Wärme, Milde! mein Vaterland Mit deinem süßesten Strahl, nur laß mich Ach ich flehe, hier dir näher, Nah wie der Adler dir bleiben.
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Interpretation
Das Gedicht "An die Sonne" von Jakob Michael Reinhold Lenz ist eine Ode an die Sonne als Lebensspenderin und Quelle der Freude. Der Sprecher preist die Sonne als "Seele der Welt" und "Mutter der Liebe, der Freuden, des Weins", die ohne ihr Wirken die Erde und alle Geschöpfe in Traurigkeit erstarren lassen würde. Die Sonne wird als unermüdliche Kraft dargestellt, die die Welt mit Wärme und Licht erfüllt. Im zweiten Teil des Gedichts wendet sich der Sprecher direkt an die Sonne und bittet sie, in seinem Heimatland zu verweilen. Er fleht die Sonne an, mit ihren "süßesten Strahl" näher zu kommen und ihm nahe zu bleiben, so wie der Adler in der Nähe der Sonne kreist. Der Sprecher fühlt sich von der Sonne beseelt und beseligt und kann sich ein Leben ohne ihren Einfluss nicht vorstellen. Die Sprache des Gedichts ist sehr bildhaft und emotional. Der Sprecher verwendet viele Metaphern und Personifikationen, um die Bedeutung der Sonne für die Welt und für sein eigenes Leben zu verdeutlichen. Die Anaphern "Auch ohne dich" und "Ach wie kann ich" unterstreichen die Wichtigkeit der Sonne und die emotionale Verbundenheit des Sprechers mit ihr. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Bewunderung und Dankbarkeit für die Sonne als Quelle des Lebens und der Freude.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Ach wie kann ich den Rücken dir wenden?
- Metapher
- Wärme, Milde! mein Vaterland
- Personifikation
- Seele der Welt, unermüdete Sonne!
- Rhetorische Frage
- Und wie kann ich von deinem Einfluß
- Vergleich
- Nah wie der Adler dir bleiben