An die Scheiben...

Emmy Hennings

1901

An die Scheiben schlägt der Regen, Eine Blume leuchtet rot, Kühle Luft weht mir entgegen, Wach ich, oder bin ich tot?

Eine Welt liegt weit, ganz weit; Eine Uhr schlägt langsam vier, Und ich weiß von keiner Zeit, In die Arme fall ich dir…

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Interpretation

Das Gedicht "An die Scheiben..." von Emmy Hennings beschreibt eine Atmosphäre der Unsicherheit und des Übergangs. Der Regen, der gegen die Scheiben schlägt, und die rote Blume erzeugen einen Kontrast zwischen Außen und Innen, zwischen der kalten Realität und einem lebendigen Farbtupfer. Die kühle Luft, die dem lyrischen Ich entgegenweht, verstärkt das Gefühl der Desorientierung, das in der Frage nach dem Zustand des Bewusstseins gipfelt: "Wach ich, oder bin ich tot?" Die zweite Strophe vertieft das Gefühl der Distanz und der zeitlichen Auflösung. Die Welt erscheint weit entfernt, fast unerreichbar, während die langsam schlagende Uhr um vier Uhr die Zeit als etwas Langsam-Flüssiges erscheinen lässt. Die Unfähigkeit, sich in eine Zeit einzuordnen, unterstreicht die Entfremdung des lyrischen Ichs von der Realität und seiner Umgebung. Im letzten Vers findet das Gedicht eine emotionale Auflösung. Das Fallen in die Arme eines anderen Menschen deutet auf die Suche nach Geborgenheit und Halt hin. Es ist ein Akt der Hingabe und des Vertrauens, der das Gefühl der Isolation und des Zweifels überwindet. Das Gedicht endet mit einer Geste der Annahme und des Trostes, die den inneren Konflikt zu lösen scheint.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Kontrast
Eine Welt liegt weit, ganz weit; Eine Uhr schlägt langsam vier
Metapher
Eine Blume leuchtet rot
Personifikation
An die Scheiben schlägt der Regen
Rhetorische Frage
Wach ich, oder bin ich tot?
Wiederholung
Eine Welt liegt weit, ganz weit