An die Natur

Klabund

1890

Natur! Natur! Du Götterwelt! Wie bist du prächtig aufgestellt Mit Bergen groß und Tälern klein, Es hat wohl müssen also sein.

Und mittendrin in der Natur Dehnt sich die grüne Wiesenflur, Im Winter ist sie weiß beschneit, So hat ein jedes seine Zeit.

Auch du, auch du, o Menschenkind, Bedenke, wie die Zeit verrinnt. Heut rauscht sie mächtig noch daher, Und morgen sieht man sie nicht mehr.

Frisch auf, frisch auf, mit Hörnerklang Durch das verschneite Tal entlang, Die Glöckchen klingen am Geläut: Gestern war gestern, morgen wird morgen sein, heute ist heut.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu An die Natur

Interpretation

Das Gedicht "An die Natur" von Klabund ist ein Loblied auf die Schönheit und die Zyklen der Natur. Der Dichter betont die Pracht und Ordnung der Natur, die Berge und Täler umfasst, und wie jedes Element seinen Platz und seine Zeit hat. Die Natur wird als eine göttliche Welt dargestellt, die in ihrer Vielfalt und Harmonie bewundert werden kann. In der zweiten Strophe wird die Veränderlichkeit der Natur hervorgehoben, insbesondere durch die Jahreszeiten. Die grüne Wiesenflur, die im Winter von Schnee bedeckt ist, symbolisiert den ständigen Wandel und die Vergänglichkeit. Jedes Element der Natur hat seine Zeit und seinen Platz, was eine tiefere philosophische Botschaft über die Vergänglichkeit und den ewigen Kreislauf des Lebens vermittelt. Die letzte Strophe richtet sich direkt an den Menschen und ermahnt ihn, die Zeit bewusst zu nutzen. Der Dichter erinnert daran, dass die Zeit unaufhaltsam vergeht und dass man das Leben im Hier und Jetzt genießen sollte. Der Aufruf, mit "Hörnerklang" durch das Tal zu ziehen, symbolisiert eine lebendige und aktive Teilnahme am Leben. Die abschließenden Zeilen betonen die Wichtigkeit des Augenblicks und ermutigen den Leser, den gegenwärtigen Moment zu schätzen und zu leben.

Schlüsselwörter

natur morgen zeit heut frisch gestern götterwelt prächtig

Wortwolke

Wortwolke zu An die Natur

Stilmittel

Alliteration
Gestern war gestern, morgen wird morgen sein, heute ist heut
Anapher
Natur! Natur! Du Götterwelt!
Hyperbel
Frisch auf, frisch auf, mit Hörnerklang
Metapher
Du Götterwelt
Personifikation
Die Glöckchen klingen am Geläut