An die Natur
1775Süße, heilige Natur, Laß mich gehn auf deiner Spur! Leite mich an deiner Hand, Wie ein Kind am Gängelband!
Wenn ich dann ermüdet bin, Rück ich dir am Busen hin, Atme süße Himmelslust, Hangend an der Mutter Brust.
Ach, mir ist so wohl bei dir! Will dich lieben für und für. Laß mich gehn auf deiner Spur, Süße, heilige Natur!
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Interpretation
Das Gedicht "An die Natur" von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg ist eine poetische Hommage an die Natur, die als Quelle des Trostes und der Inspiration dargestellt wird. Der Sprecher des Gedichts bittet die Natur, ihn auf ihrem Pfad zu führen, wie ein Kind, das von seiner Mutter geführt wird. Die Natur wird hier als eine fürsorgliche und schützende Figur dargestellt, die dem Sprecher Sicherheit und Geborgenheit bietet. In der zweiten Strophe wird die tiefe Verbundenheit des Sprechers mit der Natur noch deutlicher. Er imaginiert, dass er sich, wenn er müde ist, an die Brust der Natur lehnt und "süße Himmelslust" atmet. Die Natur wird hier als eine nährende Mutterfigur dargestellt, die dem Sprecher Trost und Erholung bietet. Die Verwendung des Wortes "Himmelslust" deutet darauf hin, dass die Natur auch als eine Verbindung zum Göttlichen oder Spirituellen gesehen wird. Das Gedicht schließt mit einer Wiederholung des ersten Verses, in dem der Sprecher erneut die Natur bittet, ihn auf ihrem Pfad zu führen. Die Wiederholung dieses Verses am Ende des Gedichts unterstreicht die tiefe Verbundenheit des Sprechers mit der Natur und seine Sehnsucht, immer in ihrer Nähe zu sein. Die Natur wird als eine konstante und verlässliche Präsenz dargestellt, die dem Sprecher Trost und Inspiration bietet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Laß mich gehn auf deiner Spur
- Epipher
- Süße, heilige Natur!
- Metapher
- Hangend an der Mutter Brust
- Personifikation
- Süße, heilige Natur
- Vergleich
- Wie ein Kind am Gängelband!