An die Nachtigall

Heinrich von Kleist

1810

Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind Rauscht? - In der Kehle der überwintere ich.

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Interpretation

Das Gedicht "An die Nachtigall" von Heinrich von Kleist ist ein kurzes, aber tiefgründiges Werk, das die Beziehung zwischen der Nachtigall und den Jahreszeiten thematisiert. Die Nachtigall, ein Symbol für die Schönheit und den Gesang der Natur, wird hier als ein Wesen dargestellt, das den Wechsel der Jahreszeiten überdauert. Die erste Strophe beginnt mit einer Frage, die den Leser direkt anspricht: "Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind rauscht?" Hier wird die Nachtigall als ein geheimnisvolles Wesen dargestellt, das sich vor dem stürmischen Herbstwind versteckt. Die Frage impliziert eine gewisse Sorge um das Schicksal der Nachtigall, die als zartes Geschöpf dem rauen Herbst nicht standhalten könnte. Die Antwort der Nachtigall in der zweiten Strophe ist überraschend und poetisch: "In der Kehle der überwintere ich." Diese Zeile ist eine Metapher, die besagt, dass die Nachtigall nicht im physischen Sinne überwintert, sondern in der Kehle des Sprechers. Dies könnte als Ausdruck der Sehnsucht nach dem Gesang der Nachtigall interpretiert werden, der auch in den kalten Monaten in Erinnerung bleibt. Die Nachtigall wird somit zum Symbol für die Unsterblichkeit der Kunst und der Schönheit, die den Wechsel der Jahreszeiten überdauern.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
In der Kehle der überwintere ich
Personifikation
Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind Rauscht?