An die Nachtigall

Johann Georg Jacobi

1740

Süß, du im Hain Verborgene! Steigt dein Gesang empor; O Nachtigall, du Klagende! Sing mir dein Leiden vor.

Gern ist der Hoffnungslose Dem Trauerliede nah, Wenn er die letzte Rose Des Lebens welken sah.

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Interpretation

Das Gedicht "An die Nachtigall" von Johann Georg Jacobi ist ein lyrischer Dialog, der die Nachtigall als Symbol der Trauer und des Leids anspricht. Der Sprecher bittet die Nachtigall, ihre Klage zu singen, und zeigt damit eine tiefe Verbundenheit mit ihrem Schmerz. Die Nachtigall steht hier für diejenigen, die in der Dunkelheit leiden und ihre Trauer in Gesang verwandeln. Die zweite Strophe offenbart die Motivation des Sprechers, der als hoffnungslos beschrieben wird. Er fühlt sich dem Trauerlied der Nachtigall nahe, da er selbst den Verfall seines Lebens erlebt hat, symbolisiert durch die welkende letzte Rose. Dieses Bild der Rose steht für die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens, die nun für den Sprecher verloren ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung, in der der Sprecher Trost in der geteilten Trauer findet. Die Nachtigall wird zum Spiegel seiner eigenen Verzweiflung, und ihr Gesang wird zu einer Art Katharsis für den hoffnungslosen Menschen, der sich in der Trauer nicht allein fühlen möchte.

Schlüsselwörter

süß hain verborgene steigt gesang empor nachtigall klagende

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Stilmittel

Anrede
Süß, du im Hain Verborgene!
Apostroph
Süß, du im Hain Verborgene! O Nachtigall, du Klagende!
Bildsprache
Wenn er die letzte Rose Des Lebens welken sah
Hyperbel
Dem Trauerliede nah
Metapher
Sing mir dein Leiden vor
Personifikation
Sing mir dein Leiden vor