An die Grundmächte
1913Es zählt vor euch nicht, dass ich Schmerzen leide. Es schweigt die Weide, Wenn man zur Flöte sie schneidet und schält. Doch dass ich leide und nicht meutere, Und was ich mir draus läutere Zum Zwiegespräch mit euch, es zählt.
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Interpretation
Das Gedicht "An die Grundmächte" von Oskar Loerke handelt von der menschlichen Erfahrung von Leid und der Suche nach Sinn und Verbindung mit höheren Mächten oder der Natur. Der Sprecher betont, dass es nicht darauf ankommt, dass er Schmerzen erleidet, da auch die Weide schweigt, wenn sie zur Flöte geschnitten und geschält wird. Dies deutet darauf hin, dass Leiden ein natürlicher Teil des Lebens ist und nicht unbedingt Beachtung oder Mitleid verdient. Der zweite Teil des Gedichts lenkt den Fokus auf die Art und Weise, wie der Sprecher mit seinem Leiden umgeht. Er betont, dass es wichtig ist, dass er leidet, ohne zu meutern oder zu rebellieren. Stattdessen versucht er, aus seiner Erfahrung etwas zu lernen und zu einem "Zwiegespräch" mit den Grundmächten zu gelangen. Dies impliziert, dass der Sprecher durch sein Leiden eine tiefere Verbindung oder ein besseres Verständnis für die grundlegenden Kräfte des Lebens oder der Natur sucht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Botschaft der Akzeptanz und der Suche nach Sinn inmitten von Schmerz und Leid. Der Sprecher scheint zu glauben, dass es nicht das Leiden selbst ist, das zählt, sondern wie man damit umgeht und welche Erkenntnisse man daraus zieht. Das "Zwiegespräch" mit den Grundmächten könnte als eine Metapher für die Suche nach spiritueller oder philosophischer Erleuchtung durch die Erfahrung von Leid verstanden werden.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- Es zählt vor euch nicht, dass ich Schmerzen leide.
- Hyperbel
- Und was ich mir draus läutere
- Metapher
- Und was ich mir draus läutere Zum Zwiegespräch mit euch
- Personifikation
- Es schweigt die Weide, Wenn man zur Flöte sie schneidet und schält.