An die Gesetzgeber

Friedrich von Schiller

1759

Setzet immer voraus, dass der Mensch im Ganzen das Rechte Will; im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf.

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Interpretation

Das Gedicht "An die Gesetzgeber" von Friedrich von Schiller thematisiert die Herausforderung, menschliches Verhalten und gesellschaftliche Strukturen zu gestalten. Schiller betont, dass man zwar davon ausgehen sollte, dass der Mensch im Großen und Ganzen das Richtige tun will, aber im Kleinen und Einzelnen nicht darauf vertrauen kann. Diese Erkenntnis ist für Gesetzgeber von großer Bedeutung, da sie die Notwendigkeit von Regeln und Gesetzen unterstreicht, um das Zusammenleben der Menschen zu regeln und zu schützen. Schiller plädiert dafür, dass die Gesetzgeber die menschliche Natur realistisch einschätzen und entsprechende Vorkehrungen treffen. Er warnt davor, blindes Vertrauen in die individuelle Moral zu setzen, sondern vielmehr auf die Schaffung eines Systems zu setzen, das auch den Einzelnen zur Einhaltung der Regeln verpflichtet. Dies spiegelt die Idee wider, dass Freiheit und Ordnung Hand in Hand gehen müssen, um eine funktionierende Gesellschaft zu gewährleisten. Das Gedicht verdeutlicht die Spannung zwischen Idealismus und Realismus in der politischen Philosophie. Schiller fordert die Gesetzgeber auf, eine Balance zwischen der Anerkennung der menschlichen Tugend und der Notwendigkeit von Kontrollmechanismen zu finden. Auf diese Weise können Gesetze nicht nur als Zwangsinstrumente dienen, sondern auch als Mittel zur Förderung des Gemeinwohls und zur Ermöglichung eines harmonischen Zusammenlebens.

Schlüsselwörter

setzet voraus mensch ganzen rechte will einzelnen rechnet

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Stilmittel

Hyperbel
im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf
Kontrast
im Ganzen das Rechte Will; im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf
Metapher
im Ganzen das Rechte Will
Parallelismus
Setzet immer voraus, dass der Mensch im Ganzen das Rechte Will; im Einzelnen nur rechnet mir niemals darauf