An die Freude

Heinrich Christian Boie

1760

Must du, sagt ich zu der Freude, Must du denn so flüchtig seyn? Du entfliehst zu unserm Leide! Holt man dich nur eben ein?

»Alles ist auf Erden nichtig,« Sprach sie: »Es behielten mich, Wär’ ich minder rasch und flüchtig, Traun! die himlischen für sich.«

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Illustration zu An die Freude

Interpretation

Das Gedicht "An die Freude" von Heinrich Christian Boie handelt von der vergänglichen Natur der Freude und der menschlichen Sehnsucht nach Glück. Der Sprecher richtet sich direkt an die Freude und fragt, warum sie so flüchtig sein muss. Er beklagt, dass die Freude stets dem Leid entflieht und nur schwer zu fassen ist. Die Freude antwortet darauf, dass alles auf Erden vergänglich ist und sie selbst nur deshalb bei den Menschen verweilt, weil sie schnell und flüchtig ist. Wäre sie weniger rasch, würden die himmlischen Wesen sie für sich behalten. Das Gedicht verdeutlicht die menschliche Erfahrung, dass Glück oft von kurzer Dauer ist und dem Leid zu entfliehen scheint. Der Sprecher drückt seine Frustration über die Flüchtigkeit der Freude aus und wünscht sich, dass sie länger anhalten möge. Die Antwort der Freude zeigt jedoch, dass ihre Vergänglichkeit ein Wesensmerkmal ist und sie nur deshalb bei den Menschen verweilt, weil sie schnell und flüchtig ist. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Natur des Glücks und die menschliche Sehnsucht nach Beständigkeit an.

Schlüsselwörter

must flüchtig sagt freude seyn entfliehst unserm leide

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Stilmittel

Anapher
Must du, sagt ich zu der Freude, Must du denn so flüchtig seyn?
Gegensatz
Alles ist auf Erden nichtig, Es behielten mich, Wär' ich minder rasch und flüchtig, Traun! die himlischen für sich.
Personifikation
Du entfliehst zu unserm Leide! Holt man dich nur eben ein?
Rhetorische Frage
Must du denn so flüchtig seyn?