An die Frauen
1605Krieg hat der Männer Zahl gemindert Und Menschen-Wachsthum sehr verhindert. Ihr Weiber sollt hier Rath zu schaffen, Die Sinnen recht zusammen raffen Und euch fein rund und kurtz erklären, Ob ihr stets Zwilling wolt gebären, Sonst oder Männern nicht verargen, Daß sie nur nicht mit einer kargen.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "An die Frauen" von Friedrich Freiherr von Logau thematisiert die Auswirkungen des Krieges auf die Bevölkerungszahl und appelliert an die Frauen, durch die Geburt von Zwillingen dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken. Der Autor bedauert, dass der Krieg die Anzahl der Männer verringert und das Wachstum der Menschheit behindert hat. Er fordert die Frauen auf, einen Rat zu finden und ihre Sinne zusammenzunehmen, um eine klare und kurze Erklärung abzugeben, ob sie stets Zwillinge gebären wollen. Der Autor betont die Verantwortung der Frauen, durch die Geburt von Zwillingen den Bevölkerungsrückgang auszugleichen. Er legt nahe, dass die Frauen entweder Zwillinge gebären oder sich nicht darüber beschweren sollten, dass die Männer nicht mit einer Frau zufrieden sind, die nur ein Kind gebiert. Das Gedicht spiegelt die patriarchalische Gesellschaftsordnung der damaligen Zeit wider, in der die Rolle der Frauen auf die Mutterschaft und die Sicherstellung des Bevölkerungswachstums reduziert wurde. Die Sprache des Gedichts ist direkt und unmissverständlich, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Der Autor verwendet einen appellativen Ton, um die Frauen zur Handlung aufzufordern und ihnen die Bedeutung ihrer Rolle für das Überleben der Gesellschaft bewusst zu machen. Das Gedicht ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Erwartungen und Normen des 17. Jahrhunderts, in dem der Krieg eine große Rolle spielte und das Bevölkerungswachstum als essenziell für die Stabilität und den Fortbestand der Gesellschaft angesehen wurde.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Menschen-Wachsthum sehr verhindert
- Anapher
- Ob ihr stets Zwilling wolt gebären
- Hyperbel
- Krieg hat der Männer Zahl gemindert
- Metapher
- Die Sinnen recht zusammen raffen
- Personifikation
- Menschen-Wachsthum sehr verhindert