An die Exakten.

Friedrich Hebbel

1813

Rasselt nur nicht zu viel mit Kette und Messer und Wage, Machte der Himmel euch stolz, den ihr berechnet und meßt, Nun, so schaut auf die Frau und werdet wieder bescheiden, Denn ihr fragt euch umsonst, was euch gefesselt an sie, Und die Linie, so, nicht anders, gezogen im Antlitz, Trägt, ihr erkennt es, das Haus, trägt gar den Staat und die Welt.

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Illustration zu An die Exakten.

Interpretation

Das Gedicht "An die Exakten" von Friedrich Hebbel ist eine Auseinandersetzung mit der Genauigkeit und der wissenschaftlichen Herangehensweise an die Welt. Der Sprecher fordert die "Exakten" auf, nicht zu sehr auf ihre Instrumente wie Ketten, Messer und Waagen zu vertrauen, die sie zur Messung und Berechnung verwenden. Der Himmel, der von ihnen stolz gemacht wird, wird als Metapher für die Unendlichkeit und das Unbekannte verwendet, das sie zu erfassen versuchen. Der zweite Teil des Gedichts lenkt den Fokus auf die Frau und ihre faszinierende Wirkung auf die "Exakten". Der Sprecher fordert sie auf, durch den Anblick der Frau wieder bescheiden zu werden. Die Frau wird als etwas dargestellt, das nicht mit den herkömmlichen Methoden der Messung und Berechnung erfasst werden kann. Die Frage, was die "Exakten" an die Frau bindet, bleibt unbeantwortet und unterstreicht die Unergründlichkeit ihrer Anziehungskraft. Im letzten Teil des Gedichts wird die Linie im Antlitz der Frau als etwas dargestellt, das über das Individuum hinausgeht. Diese Linie trägt das Haus, den Staat und die Welt. Es wird suggeriert, dass die Frau eine fundamentale Rolle in der Gesellschaft und im Universum spielt, die über das hinausgeht, was die "Exakten" mit ihren Instrumenten erfassen können. Das Gedicht fordert die "Exakten" auf, ihre begrenzte Sichtweise zu erweitern und die Komplexität und Tiefe der Welt anzuerkennen.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu An die Exakten.

Stilmittel

Anspielung
Machte der Himmel euch stolz, den ihr berechnet und meßt
Kontrast
Nun, so schaut auf die Frau und werdet wieder bescheiden
Metapher
Und die Linie, so, nicht anders, gezogen im Antlitz
Rhetorische Frage
Denn ihr fragt euch umsonst, was euch gefesselt an sie
Symbolik
Trägt, ihr erkennt es, das Haus, trägt gar den Staat und die Welt