An die Dichter
1937Anklag ich Euch, Ihr Dichter, Verbuhlt in Worte, Worte, Worte! Ihr wissend nickt mit Greisenköpfen, Berechnet Wirbelwirkung, lächelnd und erhaben, Ihr im Papierkorb feig versteckt! Auf die Tribüne, Angeklagte! Entsühnt Euch! Sprecht Euer Urteil! Menschenkünder Ihr! Und seid …? So sprecht doch! Sprecht!
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Interpretation
Das Gedicht "An die Dichter" von Ernst Toller ist eine leidenschaftliche Anklage an die Dichter ihrer Zeit. Toller wirft ihnen vor, in ihrer Sprache gefangen zu sein und sich hinter Worten zu verstecken, anstatt sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Er fordert sie auf, aus ihrer passiven Rolle auszubrechen und ihre Stimme zu erheben. Toller kritisiert die Dichter dafür, dass sie ihre Worte berechnend und mit einem Lächeln auf den Lippen einsetzen, ohne sich wirklich für die Menschen einzusetzen. Er wirft ihnen Feigheit vor, da sie sich in den "Papierkorb" flüchten, anstatt ihre Meinung öffentlich zu vertreten. Der Dichter fordert sie auf, auf die Tribüne zu treten und sich den Anklagen zu stellen. Die abschließenden Zeilen des Gedichts stellen eine Frage an die Dichter: "Und seid ...? / So sprecht doch! Sprecht!" Toller fordert sie auf, ihre Rolle als "Menschenkünder" zu erfüllen und sich aktiv für die Menschen einzusetzen. Er appelliert an ihre Verantwortung als Dichter, die Gesellschaft zu beeinflussen und zu verändern.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Worte, Worte, Worte!
- Bildsprache
- Ihr wissend nickt mit Greisenköpfen
- Imperativ
- So sprecht doch! Sprecht!
- Metapher
- Im Papierkorb feig versteckt
- Personifikation
- Worte, Worte, Worte!
- Rhetorische Frage
- Und seid ...?