An der Reuß

Gustav Sack

1920

Wie gelbe Stiere schäumt ihr und tobt und brüllt ohne Ende zu Tal, doch die Felsen, die ihr durchrannt und durchklobt, all eure wütende Qual wird in drei Stunden vergessen sein - Hoppla! du Narr und trolle dich, für dich ist kein Ruhbett gemacht, hebe die Füße und trolle dich kalt und vergrämt durch die ewige Nacht.

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Illustration zu An der Reuß

Interpretation

Das Gedicht "An der Reuß" von Gustav Sack beschreibt den wilden und ungestümen Fluss Reuß, der wie gelbe Stiere schäumt und tobt, ohne Ende zu Tal brüllt. Die Naturgewalt des Flusses wird mit seiner zerstörerischen Kraft verglichen, die Felsen durchrennt und durchklopft. Doch trotz seiner wütenden Qual wird alles in drei Stunden vergessen sein. Der Fluss wird als Narr bezeichnet und aufgefordert, sich zu trollen, da für ihn kein Ruhbett gemacht ist. Er soll seine Füße heben und kalt und vergrämt durch die ewige Nacht ziehen. Das Gedicht vermittelt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre. Die Reuß wird als unberechenbare und zerstörerische Kraft dargestellt, die ihre Umgebung verwüstet. Die Verwendung von Metaphern wie "gelbe Stiere" und "wütende Qual" verstärkt die Intensität der Beschreibung. Der Fluss wird als Narr bezeichnet, was auf seine unkontrollierbare Natur hinweist. Die Aufforderung, sich zu trollen und durch die ewige Nacht zu ziehen, deutet auf die Endgültigkeit und Hoffnungslosigkeit hin. Die Interpretation des Gedichts könnte darauf hindeuten, dass es sich um eine metaphorische Darstellung des Lebens handelt. Der wilde Fluss symbolisiert die Herausforderungen und Schwierigkeiten, denen wir im Leben begegnen. Die Felsen, die der Fluss durchrennt und durchklopft, könnten für Hindernisse stehen, die wir überwinden müssen. Die vergängliche Natur der wütenden Qual des Flusses könnte darauf hinweisen, dass selbst die größten Schwierigkeiten letztendlich vorübergehen werden. Die Aufforderung, sich zu trollen und durch die ewige Nacht zu ziehen, könnte als Aufforderung interpretiert werden, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen und das Leben anzunehmen, auch wenn es kalt und vergrämt erscheint.

Schlüsselwörter

trolle gelbe stiere schäumt tobt brüllt ende tal

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Stilmittel

Bildlichkeit
kalt und vergrämt durch die ewige Nacht
Hyperbel
ohne Ende zu Tal
Imperativ
hebe die Füße und trolle dich
Metapher
für dich ist kein Ruhbett gemacht
Personifikation
brüllt ohne Ende zu Tal
Vorahnung
wird in drei Stunden vergessen sein