An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum
1657XXXVI.
O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret So rasend auff dich zu? wil der / der alle richt Durch seiner Blitzen Glutt / die Thron’ und Krone bricht / So schrecklich über dich / als scharff er uns verheret?
Ist Nimand / der mit Ernst dem großen Eyver wehret? Der seine Schläg aufhält? Der Tod schon länger nicht. Es folgt der Blutt-Trommet und reißt aus disem Licht / Die Kinder / die ja Gott nicht freventlich beschweret!
Die Kinder: Gottes Lust / wie übel ists bestellt / Wenn dise Brustwehr hin / und wenn der Hauffe fällt Der einig mächtig ist den Höchsten zu beitragen!
Trifft es zum ersten euch / Herr Kriger! O fürwar Diß Kind / diß bleiche Kind / das itzt ligt auff der Bar / Diß würde / wenn es stünd alleine wol obsigen.
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Interpretation
Das Gedicht "An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum" von Andreas Gryphius ist eine tiefgründige Betrachtung über die Zerstörung und das Leid, das Krieg und Gewalt über die Menschheit bringen. Gryphius beschreibt die Stadt Dantzig, die von der Wut und dem Zorn des Krieges heimgesucht wird. Er fragt, ob die Zerstörung, die über die Stadt hereinbricht, wirklich notwendig ist und ob niemand den Zorn eindämmen kann. Die Kinder, die unschuldig und rein sind, werden als Opfer des Krieges dargestellt, die Gott nicht freventlich belasten sollte. Gryphius betont die Wichtigkeit der Kinder als Schutzwall und als einzige Macht, die in der Lage ist, den Höchsten zu beitragen. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass das Kind, das auf der Bahre liegt, alleine stark genug wäre, um den Krieg zu überstehen. Gryphius' Gedicht ist ein Appell an die Menschheit, den Krieg zu beenden und die Unschuld der Kinder zu schützen. Er zeigt die Zerstörung und das Leid, das der Krieg über die Menschen bringt, und betont die Wichtigkeit der Kinder als Hoffnungsträger für die Zukunft. Das Gedicht ist eine Mahnung an die Menschheit, sich für den Frieden einzusetzen und die Unschuld der Kinder zu bewahren. Gryphius' Gedicht ist ein zeitloses Werk, das auch heute noch von großer Bedeutung ist. Es erinnert uns daran, dass der Krieg und die Gewalt immer noch eine Bedrohung für die Menschheit darstellen und dass wir uns für den Frieden einsetzen müssen. Das Gedicht ist ein Appell an die Menschheit, die Unschuld der Kinder zu schützen und sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret
- Frage
- O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret / So rasend auff dich zu?
- Hyperbel
- allein wol obsigen
- Kontrast
- Die Kinder: Gottes Lust / wie übel ists bestellt
- Metapher
- Diß Kind / diß bleiche Kind
- Personifikation
- Der Zorn der Deutschland