An den Tod

Gerrit Engelke

1918

Mich aber schone, Tod, Mir dampft noch Jugend blutstromrot - Noch hab ich nicht mein Werk erfüllt, Noch ist die Zukunft dunstverhüllt - Drum schone mich, Tod!

Wenn später einst, Tod, Mein Leben verlebt ist, verloht Ins Werk - wenn das müde Herz sich neigt, Wenn die Welt mir schweigt - Dann trage mich fort, Tod!

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Interpretation

Das Gedicht "An den Tod" von Gerrit Engelke ist ein eindringliches Plädoyer des lyrischen Ichs an den Tod, sich noch etwas Zeit zu gewähren. Das Gedicht ist in zwei Strophen gegliedert, wobei die erste Strophe das Hauptanliegen des Sprechers enthält: Er bittet den Tod, ihn zu schonen, da er noch jung ist und sein Werk noch nicht vollendet hat. Die Zukunft ist für ihn noch ungewiss und voller Möglichkeiten, daher möchte er diese nicht vorzeitig beenden. Die zweite Strophe hingegen zeigt eine Veränderung in der Einstellung des lyrischen Ichs zum Tod. Hier akzeptiert es den Tod als einen natürlichen Teil des Lebens und bittet ihn, es zu tragen, wenn die Zeit gekommen ist. Das Leben ist dann erfüllt, das Herz müde und die Welt bedeutungslos geworden. Der Tod wird hier als ein Trost und eine Erlösung dargestellt, die das Leben erst vollständig macht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Haltung zum Tod. Einerseits wird er als Bedrohung empfunden, die das unvollendete Leben abrupt beenden könnte. Andererseits wird er als ein natürlicher Abschluss des Lebens dargestellt, der Trost und Erlösung bietet. Das Gedicht reflektiert somit die menschliche Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens und der Unausweichlichkeit des Todes.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Wenn später einst, Tod, Mein Leben verlebt ist, verloht
Apostrophe
Mich aber schone, Tod, Mir dampft noch Jugend blutstromrot -
Hyperbel
Noch hab ich nicht mein Werk erfüllt
Metapher
die Zukunft dunstverhüllt
Personifikation
Wenn die Welt mir schweigt