An den Schlaf
1838Somne levis! quanquam certissima mortis imago, Consortem cupio te tamen esse tori.Alma quies, optata, veni! nam sic sine vita Vivere, quam suave est, sic sine morte mori! MeibomSchlaf! süßer Schlaf! obwohl dem Tod wie du nichts gleicht,Auf diesem Lager doch willkommen heiß ich dich!Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich!So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!
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Interpretation
Das Gedicht "An den Schlaf" von Eduard Mörike ist eine Ode an den Schlaf, der als "somne levis" (leichter Schlaf) bezeichnet wird. Der Dichter beschreibt den Schlaf als "certissima mortis imago" (treueste Abbildung des Todes), was die Nähe des Schlafs zum Tod betont. Trotz dieser Ähnlichkeit wird der Schlaf als willkommener Gast auf dem Lager des Dichters dargestellt. Der Schlaf wird als "alma quies" (nährende Ruhe) und "optata" (ersehnt) bezeichnet, was seine wohltuende und begehrte Natur unterstreicht. Der Dichter preist die Vorzüge des Schlafs, indem er betont, dass es "so ohne Leben ... so lieblich lebt es sich" (nam sic sine vita vivere, quam suave est). Diese Zeilen deuten darauf hin, dass der Schlaf eine Art künstliches Leben ermöglicht, in dem man Erholung und Genuss erfährt, ohne die Anstrengungen des wachen Lebens auf sich nehmen zu müssen. Der Schlaf wird als eine Art Flucht aus der Realität und als eine willkommene Abwechslung zum Alltag dargestellt. Im letzten Vers des Gedichts wird der Kontrast zwischen dem Sterben im Schlaf und dem Sterben im Tod hervorgehoben. Der Dichter sagt: "So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!" (sic sine morte mori). Diese Zeilen legen nahe, dass der Schlaf eine Art sanften Tod darstellt, bei dem man sich entspannen und dem Leben entfliehen kann, ohne die Endgültigkeit und den Schmerz des tatsächlichen Todes zu erfahren. Der Schlaf wird als eine willkommene Erleichterung vom Leben und als eine sanfte Vorbereitung auf den endgültigen Tod dargestellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Schlaf! süßer Schlaf!
- Hyperbel
- Auf diesem Lager doch willkommen heiß ich dich
- Kontrast
- Denn ohne Leben so, wie lieblich lebt es sich! So weit vom Sterben, ach, wie stirbt es sich so leicht!
- Metapher
- obwohl dem Tod wie du nichts gleicht