An den Schatten der Annie Kalmar

Karl Kraus

1874

In tiefer Schuld vor einem Augenpaar, worin ich schuf, was darin immer war, geschaffen, kund zu tun, was es nicht weiß, dem Himmel hilft es, macht der Hölle heiß.

In tiefer Ehrerbietung dem Gesicht, das, Besseres verschweigend als es spricht, Ein Licht zurückstrahlt, das es nie erhellt, der Welt geopfert, zaubert eine Welt.

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu An den Schatten der Annie Kalmar

Interpretation

Das Gedicht "An den Schatten der Annie Kalmar" von Karl Kraus ist ein Loblied auf die Augen und das Gesicht einer Frau namens Annie Kalmar. Der Sprecher fühlt sich in tiefer Schuld gegenüber diesen Augen, da er in ihnen etwas erschaffen hat, das schon immer da war. Er versucht, das Unbewusste dieser Augen auszudrücken und ihnen damit zu helfen, auch wenn dies die Hölle erhitzen könnte. Im zweiten Teil des Gedichts drückt der Sprecher seine tiefe Ehrerbietung gegenüber dem Gesicht von Annie Kalmar aus. Er bewundert die Fähigkeit dieses Gesichts, ein Licht zurückzustrahlen, das es selbst nie erhellt hat. Der Sprecher opfert der Welt dieses Gesicht und erschafft dadurch eine neue Welt. Insgesamt ist das Gedicht eine poetische Hommage an die Schönheit und den Einfluss von Annie Kalmars Augen und Gesicht auf den Sprecher. Es zeigt die tiefe emotionale Verbindung und Bewunderung, die der Sprecher für diese Frau empfindet.

Schlüsselwörter

tiefer welt schuld augenpaar worin schuf darin geschaffen

Wortwolke

Wortwolke zu An den Schatten der Annie Kalmar

Stilmittel

Antithese
Dem Himmel hilft es, macht der Hölle heiß
Bildlichkeit
Ein Licht zurückstrahlt, das es nie erhellt
Hyperbel
Das, Besseres verschweigend als es spricht
Metapher
In tiefer Schuld vor einem Augenpaar
Oxymoron
Der Welt geopfert, zaubert eine Welt
Personifikation
In tiefer Ehrerbietung dem Gesicht