An den römischen Kaiser Joseph den Zweiten
1830Von deinen Siegen, Cäsar Germanicus, Singt mein gerechtes Loblied den ersten Sieg: Wie du, zu groß dem Eifergeiste, Preußens erhabenen König aufsuchst,
In Landen aufsuchst, welche sein Schwert, sein Glück, Sein Recht vom Erbe deiner Erzeugerin Getrennt, in ihm den weisen Vater Ehrend, den biedersten Freund eroberst
Und seiner Feldherrntugenden höchste dir Erstrebst, dein weites Reich zu befestigen, Ihn selber nimmer zu bekämpfen: Josephs des Volkererhalters Eidschwur.
O, deiner Thaten erste strahlt herrlicher In eines Gottes Augen, als Ilions Und Babylons Eroberungen, Oder die Schlachten der Zingiskane,
Geh’ nun in deiner rühmlichen Laufbahn fort, Und leuchte künftig (unter der glänzenden, Gekrönten Reihe deiner Ahnherrn, Groß in den Künsten der Triumphirer,
In allen Friedenskünsten der größere,) Gleich dieses Erdballs Sonne bei tausenden Des grenzenlosen blauen Aethers Sichtbar allein und allein erwärmend.
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Interpretation
Das Gedicht "An den römischen Kaiser Joseph den Zweiten" von Karl Wilhelm Ramler ist ein Loblied auf den römischen Kaiser Joseph den Zweiten. Es preist seine Siege und seine Tugenden als Feldherr und Vater des Volkes. Im ersten Teil des Gedichts wird Josephs erster Sieg besungen, nämlich die Aufsuchung des Preußischen Königs. Der Dichter betont, dass Josephs Größe es ihm ermöglicht, den König aufzusuchen, ohne ihn zu bekämpfen. Er ehrt den König als weisen Vater und biederen Freund und strebt danach, dessen Feldherrntugenden zu erlangen, um sein weites Reich zu befestigen. Im zweiten Teil des Gedichts wird Josephs erste Tat als noch herrlicher beschrieben als die Eroberungen von Troja und Babylon oder die Schlachten der Zingiskane. Der Dichter fordert Joseph auf, in seiner rühmlichen Laufbahn fortzugehen und künftig als der Größere in den Künsten des Triumphs und des Friedens zu leuchten. Er vergleicht Joseph mit der Sonne, die allein sichtbar und allein erwärmend über dem grenzenlosen blauen Äther steht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Groß in den Künsten der Triumphirer
- Anapher
- Wie du, zu groß dem Eifergeiste, / Preußens erhabenen König aufsuchst, / In Landen aufsuchst, welche sein Schwert, sein Glück, / Sein Recht vom Erbe deiner Erzeugerin / Getrennt, in ihm den weisen Vater / Ehrend, den biedersten Freund eroberst
- Hyperbel
- O, deiner Thaten erste strahlt herrlicher / In eines Gottes Augen, als Ilions / Und Babylons Eroberungen, / Oder die Schlachten der Zingiskane
- Metapher
- Gleich dieses Erdballs Sonne bei tausenden / Des grenzenlosen blauen Aethers / Sichtbar allein und allein erwärmend
- Personifikation
- Josephs des Volkererhalters Eidschwur