An den Morgenstern
1897Von allen, die am Himmel sind, Wie dich lieb′ ich nicht einen, Mein Auge hängt, wie da ich Kind, An deinem Glanz, dem reinen.
Noch träumend liegt der junge Tag Auf den begrünten Matten Und blickt, die Augen reibend, zag Durch die gebrochnen Schatten.
Auf schwingt zu dir im Frühgesang Mit schnellen Flügelschlägen Die Lerche sich, und Glockenklang Hallt feiernd dir entgegen.
Und wie, im Morgenlicht erwacht, Die Ströme, Fluren blinken, Seh′ ich des Lebens lange Nacht Fern hinter mir versinken.
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Interpretation
Das Gedicht "An den Morgenstern" von Adolf Friedrich Graf von Schack ist eine poetische Hymne auf den Morgenstern, der als Symbol für die Schönheit und Reinheit des Morgens steht. Der Sprecher drückt seine tiefe Zuneigung zum Morgenstern aus, die bereits in seiner Kindheit begann und bis heute anhält. Der Morgenstern wird als einzigartig und unvergleichlich dargestellt, seine Reinheit fasziniert den Sprecher. Das Gedicht beschreibt den Übergang von der Nacht zum Tag, wobei der Morgenstern als Leitstern und Hoffnungsträger fungiert. Die Natur erwacht langsam, symbolisiert durch den jungen Tag, der noch träumend auf den grünen Wiesen liegt. Die Lerche, ein Symbol für die Freude und den Gesang des Morgens, erhebt sich in den Himmel und begrüßt den Morgenstern mit ihrem Gesang. Die Glocken läuten feierlich und hallen dem Morgenstern entgegen, was die feierliche und heilige Atmosphäre des Morgens unterstreicht. Im letzten Teil des Gedichts reflektiert der Sprecher über sein eigenes Leben. Er vergleicht die Dunkelheit der Nacht mit den schwierigen Zeiten seines Lebens und sieht im Morgenstern und im aufkommenden Morgen eine Metapher für Hoffnung und Erneuerung. Der Anbruch des Tages symbolisiert für ihn das Ende der "langen Nacht" seines Lebens, was auf eine persönliche Wandlung oder einen Neuanfang hindeuten könnte. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Erleichterung und des Optimismus, da der Sprecher die vergangenen Schwierigkeiten hinter sich lässt und sich auf das neue Licht und die Möglichkeiten freut, die der Morgen bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Auf schwingt zu dir im Frühgesang Mit schnellen Flügelschlägen
- Bildsprache
- Durch die gebrochnen Schatten
- Metapher
- Von allen, die am Himmel sind, Wie dich lieb′ ich nicht einen
- Onomatopoesie
- Glockenklang
- Personifikation
- Noch träumend liegt der junge Tag Auf den begrünten Matten
- Symbolik
- Des Lebens lange Nacht Fern hinter mir versinken
- Vergleich
- Mein Auge hängt, wie da ich Kind, An deinem Glanz, dem reinen