An den Mond

Kathinka Zitz-Halein

unbekannt

Im Spätherbst

Sei mir gegrüßt, du Erhabner, der hinter verhüllenden Wolken Plötzlich hervorkommt am Himmel, ich heiße dich freudig willkommen; Wenn du geräuschlos hin schwebst ob diesen entblätterten Feldern, Scheinen die flüsternden Winde des Jahres Requiem zu singen. Herbstzeit beginnt jetzt zu kränkeln, bald wird sie im Tode verscheiden. Auch ist der Pfad den ich wandle, mit welkenden Blättern bestreut. Wohl thut die einsame Stille dem Herzen, das feind dem Geräusche. Ich bring mit inniger Freude dir strahlendem Fürsten der Nächte, Ehrende Huldigung dar, vor deiner Größe mich neigend. Denn wenn die Wolken die Sonne mit feindlichem Neide umdüstern, Reif uns der strenge November herabschickt zur nächtlichen Stunde, Ist es uns doppelte Freude, den Mond, den Erhabnen, zu sehen Wie er dem Schwan zu vergleichen, durch Fluten der Lüfte hinsegelnd, Unserm Gedächtniß so zauberisch zurückruft das Lächeln des Frühlings.

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Illustration zu An den Mond

Interpretation

Das Gedicht "An den Mond" von Kathinka Zitz-Halein ist eine eindringliche Hommage an den Mond, der als erhabenes und beruhigendes Element in der herbstlichen Natur dargestellt wird. Die Autorin begrüßt den Mond, der hinter den Wolken hervortritt, und sieht in ihm einen willkommenen Gast, der Trost und Schönheit in die düstere Jahreszeit bringt. Die herbstliche Stimmung wird durch Bilder von welkenden Blättern und einer einsamen Stille betont, die dem Herz, das dem Lärm feind ist, guttun. Die Autorin vergleicht den Mond mit einem strahlenden Fürsten der Nächte und bringt ihm ehrende Huldigung dar. Sie sieht den Mond als einen tröstenden Anblick, besonders wenn die Sonne von Wolken verdeckt wird und der strenge Novemberkälte Einzug hält. Der Mond wird als ein Segler durch die Lüfte beschrieben, der an einen Schwan erinnert und das Lächeln des Frühlings in Erinnerung ruft. Diese Bilder vermitteln eine tiefe Verbundenheit und Bewunderung für den Mond als Quelle der Inspiration und Hoffnung in einer Zeit des Übergangs und der Veränderung. Die Sprache des Gedichts ist reich an Bildern und Metaphern, die die Schönheit und Erhabenheit des Mondes unterstreichen. Die Autorin verwendet Worte wie "Erhabner", "strahlendem Fürsten" und "zauberisch", um die Majestät des Mondes zu betonen. Gleichzeitig wird die herbstliche Melancholie durch Worte wie "kränkeln", "Tod" und "welkenden Blättern" zum Ausdruck gebracht. Diese Kombination aus Ehrfurcht und Wehmut schafft eine Atmosphäre, die den Leser in die emotionale Welt der Autorin eintauchen lässt. Insgesamt ist das Gedicht eine poetische Reflexion über die Schönheit der Natur und die Rolle des Mondes als Symbol für Kontinuität und Hoffnung inmitten des Wandels. Die Autorin nutzt den Mond als Metapher für Beständigkeit und Schönheit in einer Welt, die sich im Wandel befindet. Das Gedicht lädt den Leser ein, die kleinen Momente der Schönheit und des Friedens zu schätzen, die in der Natur zu finden sind, und den Mond als eine Quelle der Inspiration und des Trostes zu betrachten.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu An den Mond

Stilmittel

Metapher
der Erhabne, der hinter verhüllenden Wolken plötzlich hervorkommt am Himmel
Personifikation
Herbstzeit beginnt zu kränkeln, bald wird sie im Tode verscheiden
Symbolik
Mond als 'Erhabner' und 'Fürst der Nächte'
Synästhesie
die flüsternden Winde des Jahres Requiem zu singen
Vergleich
Wie er dem Schwan zu vergleichen, durch Fluten der Lüfte hinsegelnd