An den Marull

Gotthold Ephraim Lessing

1729

Groß willst du, und auch artig sein? Marull, was artig ist, ist klein.

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Interpretation

Das Gedicht "An den Marull" von Gotthold Ephraim Lessing ist eine kurze, aber tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen Größe und Anmut. In nur zwei Zeilen fasst Lessing eine komplexe philosophische Überlegung zusammen, die den Leser zum Nachdenken über die Natur von Größe und Kunstfertigkeit anregt. Die erste Zeile des Gedichts stellt eine Frage an den Adressaten Marull, der offensichtlich den Wunsch hat, sowohl groß als auch artig zu sein. Lessing verwendet hier das Wort "artig", das im 18. Jahrhundert oft mit "geschickt" oder "fein" übersetzt wurde. Dies deutet darauf hin, dass Marull nach einer gewissen Eleganz oder Feinheit strebt, während er gleichzeitig nach Größe strebt. Die zweite Zeile gibt eine klare Antwort auf die Frage und stellt eine direkte Verbindung zwischen Größe und Kunstfertigkeit her. Lessing behauptet, dass das, was artig ist, auch klein ist. Dies könnte als eine Kritik an der übermäßigen Betonung von Feinheit und Eleganz interpretiert werden, die oft mit Kleinlichkeit oder Oberflächlichkeit einhergeht. Gleichzeitig könnte es auch als eine Anerkennung der Tatsache gesehen werden, dass wahre Größe oft in der Einfachheit und Geradlinigkeit liegt, anstatt in der Kunstfertigkeit und Verzierung.

Schlüsselwörter

artig groß willst marull klein

Wortwolke

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Stilmittel

Ironie
Groß willst du, und auch artig sein?
Kontrast
Groß willst du, und auch artig sein?
Prägnanz
Marull, was artig ist, ist klein.