An den Mai
1841Es ist doch im April fürwahrDer Frühling weder halb noch gar.Komm, Rosenbringer, süßer Mai,Komm du herbei!So weiß ich, was der Frühling sei.- Wie aber, soll die erste Gartenpracht,Narzissen, Primeln, Hyazinthen,Die kaum die hellen Äuglein aufgemachtSchon welken und verschwinden?Und mit euch besonders, holde Veilchen,Wär′s dann fürs ganze Jahr vorbei?Lieber, lieber Mai,Ach, so warte noch ein Weilchen!
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Interpretation
Das Gedicht "An den Mai" von Eduard Mörike ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den Frühling und seine Schönheit. Der Sprecher wendet sich direkt an den Mai, den "Rosenbringer", und bittet ihn, zu kommen und den Frühling vollends zu entfalten. Er betont, dass der April zwar ein Vorläufer des Frühlings ist, aber noch nicht dessen volle Pracht erreicht hat. Der Sprecher äußert seine Sorge um die vergängliche Natur der Frühlingsblumen. Er nennt Narzissen, Primeln, Hyazinthen und Veilchen, die erst ihre "hellen Äuglein" geöffnet haben und bereits zu welken drohen. Der Sprecher befürchtet, dass diese zarten Geschöpfe nicht lange genug blühen werden, um den Frühling vollends zu genießen. In einem leidenschaftlichen Appell bittet der Sprecher den Mai, noch ein wenig zu warten, bevor er kommt. Er möchte, dass die Frühlingsblumen länger bestehen bleiben und ihre volle Pracht entfalten können. Der Mai wird als "lieber, lieber Mai" angesprochen, was die tiefe Verbundenheit des Sprechers mit der Natur und dem Frühling verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anrede
- Komm, Rosenbringer, süßer Mai, Komm du herbei!
- Hyperbel
- Es ist doch im April fürwahr Der Frühling weder halb noch gar
- Metapher
- Rosenbringer
- Personifikation
- Narzissen, Primeln, Hyazinthen, Die kaum die hellen Äuglein aufgemacht
- Rhetorische Frage
- Wie aber, soll die erste Gartenpracht, Narzissen, Primeln, Hyazinthen, Die kaum die hellen Äuglein aufgemacht Schon welken und verschwinden?
- Wiederholung
- Lieber, lieber Mai