An den Leser
1773Meine Zahl ist vollkommen: ich schließe. Sei günstig, o Leser, Triffst du nur wenigen Witz, thu von dem deinen hinzu.
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Interpretation
Das Gedicht "An den Leser" von Wilhelm Friedrich Waiblinger ist eine kurze, aber tiefgründige Ansprache an den Leser. Der Dichter schließt mit diesem Gedicht eine Sammlung oder ein Werk ab und richtet sich direkt an den Leser, um ihn um Nachsicht und Mitarbeit zu bitten. Die "Zahl" bezieht sich wahrscheinlich auf die Anzahl der Gedichte oder Texte in der Sammlung, die der Dichter als "vollkommen" empfindet. Die zweite Zeile des Gedichts ist ein Appell an den Leser, der gebeten wird, großzügig zu sein, falls er nicht alle Nuancen und den Witz des Dichters versteht. Der Dichter bittet den Leser, seinen eigenen Beitrag zu leisten und die Lücken mit seinem eigenen Verständnis und seiner eigenen Kreativität zu füllen. Dies zeigt eine Offenheit und einen Dialog zwischen Dichter und Leser, der über das geschriebene Wort hinausgeht. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine bescheidene und zugleich selbstbewusste Haltung des Dichters. Es ist eine Einladung an den Leser, sich aktiv mit dem Text auseinanderzusetzen und die Verantwortung für die Interpretation nicht allein beim Autor zu lassen. Das Gedicht schafft eine Brücke zwischen Autor und Leser und betont die gemeinsame Rolle bei der Erschaffung von Bedeutung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Apostrophe
- Sei günstig, o Leser
- Bedingung
- Triffst du nur wenigen Witz
- Imperativ
- thu von dem deinen hinzu
- Metapher
- Meine Zahl ist vollkommen