An den Hn. Land-Rath von Wulffen...

Benjamin Neukirch

unknown

Was vor in Griechenland am Paris ist geschehn/ Das können wir nunmehr bey deiner heyrath schauen; Dann Juno heisset dich nach reichen Nymphen sehn/ Und Venus locket dir mit hundert schönen frauen. Die Pallas aber trägt dir eine tochter an/ Die sie durch ihren sohn/ von Danckelmann/ gebohren. Was thust du werthester? du fliehst der ersten wahn/ Und hast die dritte dir zur liebsten außerkohren. Ach hätte Paris so/ wie du anitzt/ gedacht/ So wäre Troja nicht in feur und blut vergangen! Dann dein exempel lehrt/ daß/ wer nach tugend tracht/ Auch stand und schönheit kan mit seiner braut erlangen.

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Interpretation

Das Gedicht "An den Hn. Land-Rath von Wulffen..." von Benjamin Neukirch ist eine Anspielung auf die griechische Mythologie und die Geschichte von Paris und den drei Göttinnen. Der Autor vergleicht den Land-Rath von Wulffen mit Paris, der vor der Wahl zwischen Juno, Venus und Pallas stand. Juno versprach ihm Macht und Reichtum, Venus Schönheit und Liebe, und Pallas Weisheit und Tugend. Im Gedicht wird dem Land-Rath von Wulffen geraten, sich für Pallas zu entscheiden, da dies der tugendhafteste Weg sei. Der Autor lobt den Land-Rath dafür, dass er sich nicht von den Versuchungen der anderen Göttinnen blenden lässt und stattdessen nach Weisheit und Tugend strebt. Er vergleicht die Wahl des Land-Raths mit der des Paris, der sich für Venus entschied und damit den Trojanischen Krieg auslöste. Der Autor schließt das Gedicht mit der Aussage, dass der Land-Rath durch seine Wahl ein Beispiel für andere setzt. Er zeigt, dass man durch die Wahl der Tugend und Weisheit auch Schönheit und Stand erlangen kann. Das Gedicht ist somit eine moralische Ermahnung an den Land-Rath von Wulffen und eine Ermutigung für andere, sich für den tugendhaften Weg zu entscheiden.

Schlüsselwörter

paris griechenland geschehn können nunmehr bey heyrath schauen

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Stilmittel

Anspielung
Juno heisset dich nach reichen Nymphen sehn/ Und Venus locket dir mit hundert schönen frauen
Bedingt
Ach hätte Paris so/ wie du anitzt/ gedacht/ So wäre Troja nicht in feur und blut vergangen
Hyperbel
mit hundert schönen frauen
Kontrast
Du fliehst der ersten wahn/ Und hast die dritte dir zur liebsten außerkohren
Lehre
Dein exempel lehrt/ daß/ wer nach tugend tracht/ Auch stand und schönheit kan mit seiner braut erlangen
Metapher
Was vor in Griechenland am Paris ist geschehn/ Das können wir nunmehr bey deiner heyrath schauen
Personifikation
Die Pallas aber trägt dir eine tochter an