An den Gralprinzen
1869Wenn wir uns ansehn, Blühn unsere Augen.
Und wie wir staunen Vor unseren Wundern - nicht? Und alles wird so süß.
Von Sternen sind wir eingerahmt Und flüchten aus der Welt.
Ich glaube wir sind Engel.
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Interpretation
Das Gedicht "An den Gralprinzen" von Else Lasker-Schüler beschreibt ein intensives, fast überirdisches Erlebnis der Begegnung zwischen dem lyrischen Ich und einer anderen Person. Die Augen beider Personen werden als blühend beschrieben, was auf eine tiefe emotionale Verbindung und gegenseitige Bewunderung hindeutet. Die Wunder, die sie vor sich sehen, sind vermutlich die Schönheit und Einzigartigkeit des jeweils anderen, die sie in Staunen versetzen. Die Süße, die alles durchdringt, symbolisiert die angenehmen und erhebenden Gefühle, die diese Begegnung hervorruft. Die Umgebung, in der sich die beiden Personen befinden, wird als von Sternen umrahmt beschrieben, was auf eine fast mystische oder traumhafte Atmosphäre hindeutet. Die Flucht aus der Welt impliziert, dass sie sich in ihrer eigenen, abgeschirmten Sphäre befinden, losgelöst von den alltäglichen Sorgen und Problemen. Dieser Ort der Zweisamkeit und des Schutzes ermöglicht es ihnen, sich vollkommen aufeinander zu konzentrieren und ihre Gefühle ungefiltert zu erleben. Im letzten Vers drückt das lyrische Ich den Glauben aus, dass sie Engel sind. Dies kann als eine Metapher für die Reinheit und Unschuld ihrer Gefühle verstanden werden. Engel gelten als himmlische Wesen, die frei von weltlichen Zwängen sind, was die Intensität und die Transzendenz ihrer Begegnung unterstreicht. Das Gedicht vermittelt somit ein Bild von einer Liebe oder Freundschaft, die so tief und rein ist, dass sie fast göttlich erscheint.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Von Sternen sind wir eingerahmt
- Hyperbel
- Vor unseren Wundern
- Metapher
- Blühn unsere Augen
- Personifikation
- Blühn unsere Augen
- Symbolik
- Engel
- Vergleich
- Von Sternen sind wir eingerahmt