An den Frühling

Salomon Gessner

1756

Was hilf es mir du Frühling, Wenn du auf alle Wiesen Die schönsten Blumen streuest, Wann ich auf deinem Blumen, Nicht kann mit Mädgen tanzen? Was helfen mir die Blumen, Wann mir kein muntres Mädgen, Das Haupt mit Kräntzen schmüket? Was hilfts mir wann die Bäume, Jetzt junge Schatten streuen, Wenn ich nicht neben Mädgen In deinen Schatten schlumre? Was hilfts mir wann du Blüthen, Von bunten Bäumen schneyest, Wenn du an meiner Seithe, Auf keinen Busen schneyest, Was schieren mich die Blumen, Und Schatten und die Blüthe?

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu An den Frühling

Interpretation

Das Gedicht "An den Frühling" von Salomon Gessner thematisiert die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach der Gesellschaft eines Mädchens im Frühling. Der Frühling wird als Jahreszeit der Schönheit und des Lebens dargestellt, in der die Natur in voller Blüte steht. Doch für das lyrische Ich hat all diese Pracht keinen wirklichen Wert, solange es nicht die Möglichkeit hat, mit einem Mädchen zu tanzen, sich in den Schatten der Bäume zu entspannen oder Blumen auf dem Busen eines Mädchens zu finden. Das Gedicht verdeutlicht die Idee, dass die Natur allein nicht ausreicht, um das Herz des lyrischen Ichs zu erfreuen. Die Schönheit der Blumen, die Schatten der Bäume und die Blütenpracht der Natur sind bedeutungslos, solange das lyrische Ich nicht die Gesellschaft eines Mädchens genießen kann. Es wird deutlich, dass das lyrische Ich die menschliche Verbindung und Zuneigung über die äußere Schönheit der Natur stellt. Die wiederholte Frage "Was hilft es mir?" unterstreicht die Enttäuschung und das Verlangen des lyrischen Ichs nach einer tieferen Erfüllung. Das Gedicht vermittelt die Botschaft, dass wahre Freude und Glück nur in der Gemeinschaft mit anderen Menschen gefunden werden können, insbesondere in der romantischen Verbindung zu einem Mädchen. Die Natur wird als Kulisse für diese menschliche Erfahrung dargestellt, aber sie allein kann das Verlangen des lyrischen Ichs nicht stillen.

Schlüsselwörter

blumen wann mädgen schatten hilfts schneyest hilf frühling

Wortwolke

Wortwolke zu An den Frühling

Stilmittel

Anapher
Was hilf es mir du Frühling, Was helfen mir die Blumen, Was hilfts mir wann die Bäume, Was hilfts mir wann du Blüthen
Rhetorische Frage
Was hilf es mir du Frühling, Wenn du auf alle Wiesen Die schönsten Blumen streuest, Wann ich auf deinem Blumen, Nicht kann mit Mädgen tanzen? Was helfen mir die Blumen, Wann mir kein muntres Mädgen, Das Haupt mit Kräntzen schmüket? Was hilfts mir wann die Bäume, Jetzt junge Schatten streuen, Wenn ich nicht neben Mädgen In deinen Schatten schlumre? Was hilfts mir wann du Blüthen, Von bunten Bäumen schneyest, Wenn du an meiner Seithe, Auf keinen Busen schneyest, Was schieren mich die Blumen, Und Schatten und die Blüthe?