An den Apoll

Karl Wilhelm Ramler

1768

Apollo! (denn dir hat Friedrich den Tempel Aus Stufen erhöht, mit Säulen umpflanzet, Und deinen Spielen eingeweiht:

Melpomene singt in Eratons Laute, Terpsichore tanzt in Waffen, im Schleyer, Dir menschliche Geschichten vor;)

Vergönne doch auch der süssen Cythere Den Zutritt, und o! dem freundlichen Amor, Der leichtgerüstet vor ihr hüpft!

Den Grazien, die der Gürtel entbehren, Der Suada, mit hold einladenden Lippen, Und allem jungen Göttervolk!

Komm, munterer Witz, und Muthwill, und Lachen, Und artiger Trotz, und fröhlicher Leichtsinn, Und du, schalkhafter kleiner Scherz!

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Illustration zu An den Apoll

Interpretation

Das Gedicht "An den Apoll" von Karl Wilhelm Ramler ist eine Huldigung an den griechischen Gott Apoll, der als Gott der Künste, der Musik und der Dichtung verehrt wurde. Der Dichter beginnt mit einer Anrede an Apollo und erwähnt Friedrich, der ihm einen Tempel errichtet hat. In diesem Tempel werden die musischen Künste gefeiert, wobei Melpomene, die Muse der Tragödie, auf der Laute spielt und Terpsichore, die Muse des Tanzes, in Waffen und Schleier tanzt. Diese Szenen vermitteln die Vielfalt und den Reichtum der künstlerischen Ausdrucksformen, die Apollo gewidmet sind. Im weiteren Verlauf des Gedichts bittet der Dichter Apollo, auch andere Gottheiten und mythologische Figuren in seinen Tempel aufzunehmen. Er erwähnt Cythere, die Göttin der Liebe, und Amor, den Gott der Begierde, die beide für die emotionalen und leidenschaftlichen Aspekte des Lebens stehen. Zudem werden die Grazien, die Göttinnen der Anmut und Schönheit, sowie die Suada, die Göttin der Überredung, eingeladen. Diese Einladung symbolisiert die Integration von Schönheit, Charme und Überzeugungskraft in die künstlerische Sphäre. Abschließend ruft der Dichter die Geister des Witzes, des Mutwillens, des Lachens, des Trotzes, des Leichtsinns und des Scherzes herbei. Diese Elemente repräsentieren die lebendigen und spielerischen Aspekte des Lebens und der Kunst. Durch diese Einladung betont Ramler die Bedeutung von Freude, Humor und Kreativität als wesentliche Bestandteile der kulturellen und künstlerischen Ausdrucksformen, die in Apollos Tempel gefeiert werden.

Schlüsselwörter

apollo friedrich tempel stufen erhöht säulen umpflanzet spielen

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Stilmittel

Anapher
Den Grazien, die der Gürtel entbehren, Der Suada, mit hold einladenden Lippen, Und allem jungen Göttervolk!
Apostrophe
Apollo! (denn dir hat Friedrich den Tempel
Aufruf
Komm, munterer Witz, und Muthwill, und Lachen, Und artiger Trotz, und fröhlicher Leichtsinn, Und du, schalkhafter kleiner Scherz!
Metapher
mit Säulen umpflanzet
Personifikation
Melpomene singt in Eratons Laute, Terpsichore tanzt in Waffen, im Schleyer