An den Amor

Salomon Gessner

unknown

Ach Amor, lieber Amor! Schon an dem ersten May Baut in des Gartens Ecke Ich den Altar für dich, Und pflanzte Rosenhecken Und Myrthen drüber her: Und lag nicht jeden Morgen Thauvoll ein Blumenkranz Auf deines Altars Mitte? Ach alles war umsonst! Schon streifen Winterwinde Das Laub von Baum und Strauch, Und Phillis ist noch spröde, Spröd wie am ersten May.

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Interpretation

Das Gedicht "An den Amor" von Salomon Gessner handelt von der vergeblichen Anbetung des Gottes der Liebe, Amor, durch den lyrischen Ich. Der Sprecher errichtet am ersten Mai einen Altar im Garten, umringt von Rosen und Myrten, und legt jeden Morgen einen Blumenkranz als Opfergabe darauf. Doch all seine Bemühungen bleiben vergeblich, denn weder wird der Altar mit Tau benetzt, noch erweicht er die "Sprödigkeit" seiner Geliebten Phillis. Die Vergänglichkeit und Vergänglichkeit der Natur wird durch den Einbruch des Winters symbolisiert, der das Laub von den Bäumen und Sträuchern streift. Dies steht im Kontrast zur Beständigkeit der unerwiderten Liebe des Sprechers, die ebenso unverändert bleibt wie am ersten Mai, als er den Altar errichtete. Die spröde Haltung Phillis' wird mit der Unbarmherzigkeit der Natur gleichgesetzt. Das Gedicht thematisiert die Ohnmacht des Menschen gegenüber den Kräften der Natur und der Liebe. Trotz aller Bemühungen und Opfergaben bleibt der Sprecher von seinem Begehren ausgeschlossen. Die Anrufung des Gottes Amor am Ende des Gedichts klingt eher resigniert als hoffnungsvoll. Das lyrische Ich muss einsehen, dass seine Huldigung vergeblich war und die Geliebte sich nicht erweichen lässt, so wie die Natur ihrem Lauf folgt.

Schlüsselwörter

amor ersten may lieber baut gartens ecke altar

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Stilmittel

Anrede
Ach Amor, lieber Amor!
Apostrophe
Ach Amor, lieber Amor!
Hyperbel
Und lag nicht jeden Morgen Thauvoll ein Blumenkranz Auf deines Altars Mitte?
Kontrast
Schon streifen Winterwinde Das Laub von Baum und Strauch, Und Phillis ist noch spröde, Spröd wie am ersten May
Personifikation
Schon streifen Winterwinde Das Laub von Baum und Strauch
Vergleich
Spröd wie am ersten May