An deiner Brust
1856An deiner Brust ist meine Stelle, In deinen Armen mein Asyl! Mich warf des Sturm′s empörte Welle An dieses bang ersehnte Ziel.
Die Gaben, die das Leben zieren, Jedwedes Gut, das köstlich heißt, Was ich besaß, mußt′ ich verlieren, Daß du fortan mir Alles sei′st.
Jetzt, da ich Alles hingegeben, Wird mir′s durch dich zurückgeschenkt, Wenn unter wonnevollem Beben Dein Mund auf meine Stirn′ sich senkt.
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Interpretation
Das Gedicht "An deiner Brust" von Betty Paoli beschreibt die tiefe Sehnsucht und das Finden von Geborgenheit in der Liebe. Die lyrische Ich-Figur schildert, wie sie von den stürmischen Wellen des Lebens an das ersehnte Ziel, die Brust des Geliebten, getrieben wurde. Dieses Ziel symbolisiert einen sicheren Hafen, ein Asyl, in dem sie Schutz und Halt findet. Die zweite Strophe verdeutlicht den Preis, den die lyrische Ich-Figur für diese Liebe zu zahlen bereit ist. Sie opfert alle Gaben und Güter des Lebens, alles, was sie besaß, um dem Geliebten alles zu sein. Dieses Aufgeben materieller Werte unterstreicht die Intensität und den Stellenwert der Liebe in ihrem Leben. In der abschließenden Strophe wird die erfüllende Wirkung dieser Liebe deutlich. Durch das Hingeben an den Geliebten erhält die lyrische Ich-Figur alles zurück, was sie verloren glaubte. Der liebevolle Kuss auf die Stirn symbolisiert die tiefe Verbundenheit und das gegenseitige Geben und Nehmen in der Beziehung. Das Gedicht vermittelt eine romantische Vorstellung von Liebe als dem höchsten Gut, das alle anderen Werte übertrifft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Daß du fortan mir Alles sei'st
- Kontrast
- Jetzt, da ich Alles hingegeben, Wird mir's durch dich zurückgeschenkt
- Metapher
- An deiner Brust ist meine Stelle, In deinen Armen mein Asyl!
- Personifikation
- Mich warf des Sturm's empörte Welle
- Symbolik
- An dieses bang ersehnte Ziel