An das Haus Habsburg
1815Hohenstaufen und Ottone Zogen gen Italia, Der Lombarden ehrne Krone Blendete die Deutschen da.
Und ihr hohes Recht erwiesen Schien seit grauer Väter Zeit: Hatten doch des Nordens Riesen Kühn die alte Welt befreit.
Hatte Karol doch geschlagen Desiderius in der Schlacht, Und den Kaiserschmuck getragen, Zeichen seiner höchsten Macht.
Brachte doch in Schönheit blühend Jene Länder Adelheid Ihrem Otto zu, der glühend Um so hohen Schatz gefreit.
Aber ach, auf jenen Zügen Brach der alte keusche Muth, In den Schlachten, in den Siegen Floß das reinste deutsche Blut.
Deutschlands hohe Namen starben In den langen Fehden aus, Wo wir unsre Kraft verdarben, Zeigt noch manches wüste Haus.
Und noch immer zieht ein Sehnen Uns nach jenen Fluren hin, An des Südens weichen Tönen Schmilzt noch stets der strenge Sinn.
Fliehst auch du der Väter Segen, Habsburg, altes Kaiserhaus? Wendest dich nach fremden Wegen, In die Ferne dich hinaus?
Herrsche denn, du deutsches Wesen, Stamm, den Jeder liebend nennt. Von den freien Milanesen Herrsche bis gen Benevent.
Aber wo du ausgegangen, Meide nicht die deutsche Flur, Tausend Herzen schaun mit Bangen Auf den Bergen deine Spur.
Wo die Aar des Goldes Wellen Liebend in den Rhein ergießt, Wo der Donau junge Quellen Treues Schwabenvolk begrüßt,
Wo der Schwarzwald jetzt so finster Unser schönes Erbe schirmt, Wo den Riesenbau, das Münster, Einst ein Habsburg aufgethürmt.
Wo einst Rudolphs Haus gestanden, Ruft dir alles liebend zu: Hier im Haupt von deutschen Landen, Deutscher Stamm, hier herrsche du.
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Interpretation
Das Gedicht "An das Haus Habsburg" von Max von Schenkendorf ist ein patriotisches Werk, das die historische Bedeutung des Hauses Habsburg und dessen Verbindung zu Deutschland thematisiert. Der Dichter erinnert an die glorreiche Vergangenheit des Hauses, das einst mächtige Herrscher wie die Hohenstaufen und Otto I. hervorbrachte, die in Italien Siege errangen und die Lombardenkrone errangen. Schenkendorf betont die Rolle des Hauses Habsburg bei der Befreiung der alten Welt und der Ausbreitung des deutschen Einflusses. Das Gedicht reflektiert auch die Opfer und den Verlust, die mit den Feldzügen verbunden waren. Es erwähnt den Verlust deutscher Blut und den Niedergang deutscher Namen in den langen Fehden. Trotzdem bleibt eine Sehnsucht nach den südlichen Ländern bestehen, die den strengen deutschen Sinn erweichen. Schenkendorf fordert das Haus Habsburg auf, seine deutschen Wurzeln nicht zu vergessen und seine Herrschaft über die freien Milanesen bis nach Benevent auszudehnen. Der Dichter ruft das Haus Habsburg dazu auf, sich nicht von den deutschen Landen abzuwenden und betont die emotionale Verbindung, die viele Deutsche zu diesem Stamm haben. Er erinnert an die schönen Landschaften und historischen Stätten, die mit dem Haus Habsburg verbunden sind, wie den Rhein, die Donau und den Schwarzwald. Schenkendorf schließt mit einem Appell an das Haus Habsburg, seine Herrschaft im Herzen Deutschlands zu etablieren und als Symbol deutscher Stärke und Einheit zu dienen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Hohenstaufen und Ottone / Zogen gen Italia
- Apostrophe
- Habsburg, altes Kaiserhaus
- Frage
- Fliehst auch du der Väter Segen, / Habsburg, altes Kaiserhaus?
- Hyperbel
- Stamm, den Jeder liebend nennt
- Metapher
- Hier im Haupt von deutschen Landen
- Personifikation
- Deutschlands hohe Namen starben